Führungstipp

Umgang mit unwilligen Teammitgliedern

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
"Mein Team bekam mehrere neue Mitarbeiter. Einem fällt es schwer, mich als Teamleiterin zu akzeptieren. Er nimmt Aufgaben unwillig an und erledigt sie in nur mäßiger Qualität. Wie Abhilfe schaffen, ohne gleich mit Kündigung zu drohen?"
Coach Ulrike Rheinberger: "Positives und negatives Feedback soll man nicht mischen."
Coach Ulrike Rheinberger: "Positives und negatives Feedback soll man nicht mischen."
Foto: Privat

Ulrike Rheinberger, Geschäftsführerin von Peak8 Coaching, rät: " Wenn Sie als Führungskraft unzufrieden mit der Leistung eines Mitarbeiters sind, ist der erste Schritt ein Mitarbeitergespräch, in dem Kritik klar und konstruktiv geäußert wird. In der Einarbeitungszeit sind ein bis zwei Mitarbeitergespräche sinnvoll, um Feedback zu geben und zu erfahren, ob sich der Mitarbeiter zurechtfindet.

Kündigen Sie das Gespräch ein paar Tagen vorher an. Entwerfen Sie einen kleinen Leitfaden für Mitarbeitergespräche, falls es ihn nicht im Unternehmen gibt. Den erhält auch der Mitarbeiter, damit er sich vorbereiten kann. Kernfragen sind: Was läuft gut, wo gibt es Optimierungsbedarf? Erst stellt der Mitarbeiter seine Sicht dar, dann geben Sie Ihr Feedback, um dann gemeinsam Maßnahmen oder Unterstützung zu vereinbaren. Überlegen Sie sich, welche Leistungen Sie positiv anerkennen und was Sie kritisieren wollen. Achten Sie bei der Formulierung Ihrer Kritik darauf, dass sie konkrete Verhaltensweisen oder Leistungen betrifft und nicht allgemeine Eigenschaften der Person, und unterlassen Sie schwammige Einschätzungen. Also nicht: ,Der akzeptiert mich einfach nicht`, sondern ,Ich war mit der Qualität Ihres Berichts nicht zufrieden.` Vermeiden Sie die Vermischung von positivem und negativem Feedback. Es ist besser, positive und negative Punkte voneinander zu trennen. Zum Schluss stellen Sie klar überprüfbare Forderungen und vereinbaren einen Termin, zu dem Sie deren Erreichung überprüfen."