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Umfrage: Entwickler bevorzugen J2EE statt .NET

27.12.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein erstaunliches Ergebnis förderte eine Anfang Dezember von der Giga Information Group veranstaltete Umfrage unter 120 IT-Managern nach ihrer bevorzugten Plattform für Web-Services: 78 Prozent nannten Suns Java 2 Enterprise Edition (J2EE) als Plattform ihrer Wahl; nur 22 Prozent favorisierten das von Microsoft mit erheblichem Marketing-Aufwand gepushte .NET. "Das Ergebnis hat mich echt überrascht", erklärte Giga-Analyst Mike Gilpin. "Als wir die gleiche Umfrage im vergangenen Februar machten [allerdings mit einem anderen Panel, Anm. d. Red.] lag Microsoft noch vorn."

Aktuell befragte Giga Teilnehmer der Konferenz "Emerging Technology Scene" in Scottsdale, Arizona. Diese Gruppe ist aus Sicht der Auguren nicht repräsentativ für die ganze Entwicklergemeinde, sondern rekrutierte sich vornehmlich aus IT-Abteilungen großer Anwenderunternehmen - in Sachen Web-Services mithin wichtige "Early Adopters". Hinter ihrem Sinneswandel in Richtung J2EE vermutet Giga erfolgreiches Marketing der Java-Fraktion, allen voran IBM. Diese habe inzwischen brauchbare Produkte am Markt, die Web-Services-Standards wie XML (Extensible Markup Language), SOAP (Simple Object Access Protocol) und UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) unterstützten. Microsoft hingegen befinde sich mit Visual Studio.NET und anderen Produkten noch immer im Betastadium.

Innerhalb des Java-Lagers nannten die meisten Befragten IBM und sein "Websphere" als wichtigste Web-Services-Plattform. Für Oracles Server-Produkte votierten sieben Prozent, nur sechs Prozent entschieden sich für den Appserver-Marktführer Bea Systems. "IBM liegt aus zwei Gründen in Front", vermutet Gilpin. "Erstens haben sie als erstes kostenlose Entwickler-Tools für Web-Services bereitgestellt, und zweitens haben sie ihr Marketing stärker darauf ausgerichtet als beispielsweise Bea." (tc)