Umfangreiche Erweiterungen für den Banken- und Sparkassenbereich angekündigt: IBM 4700 und PS2 arbeiten Hand in Hand

20.11.1987

BAD LIEBENZELL (sch) - Neue Dimensionen tun sich für die Benutzer des auf Bankenbedürfnisse zugeschnittenen Anwendungs-Rechners IBM 4700 auf. Eine Schlüsselrolle bei den letzt angekündigten Erweiterungen spielt die Anschlußmöglichkeit an PS/2.

Durch die Integration des IBM Personal System/2 in Gestalt eines multifunktionalen Arbeitsplatzes wird der Zweigstelle einer Bank oder einer Sparkasse in Zukunft ein Mehr an individueller Informationsverarbeitung geboten. Mit Hilfe der Kombinationsmöglichkeiten deckt das System 4700 nun sowohl die einfachen Funktionsanforderungen einer Datenbankabfrage oder Kassentransaktion als auch die kompIexen Anforderungen einer Textverarbeitung mit automatischer Silbentrennung und Rechtschreibprüfung ab.

Microcode-Features in der IBM 4700 bieten zusammen mit dem Programm "Financial Branch System Services (FBSS)" im PS/2 beziehungsweise PC eine Fülle von neuen Funktionen. Aufgrund der 4704-Emulation läßt sich ein IBM PS/2 als Schalterplatz ohne Neuprogrammierung nutzen. Während das Modell 4702 als Kommunikations- und Datei-Server fungiert, kann der Anwender neue Applikationen auf dem Kleinrechner entwickeln. Weitere Features:

- Ein remote an die IBM 4700 angeschlossenes PS/2 ist mit Token-Ring als Mehrplatzsystem einsetzbar, wodurch sich auch eine Optimierung der lokalen Anschlußmöglichkeit erreichen läßt.

- Ein lokaler Verbund mehreren IBM 4702 im Token-Ring er schließt neue Anwendungsmöglichkeiten und die Nutzung gemeinsamer Ressourcen.

Speicherkapazität wurde aufgestockt

Die Einbindung von IBM-PCs und den PS/2-Modellen erfolgt über die Produkte IBM PC/Integrator in Verbindung mit IBM Financial Branch System Services, Version 2.1 (FBSS V2.1), installiert auf einem IBM PS/2 oder PC und einen zweiten Integrator, der entweder auf einem Prozessor IBM 4702 oder einer Steuereinheit IBM 4701, Modell 3 "aufsetzt" Die Zahl der maximal in einem LAN integrierbaren Arbeitsplätze beträgt 23.

Der IBM 4700/Integrator bietet seine Funktionen für IBM PS/2 beziehungsweise IBM PC, die an eine Steuereinheit IBM 4701 Modell 3 über den Device-Cluster-Adapter (DCA) oder den SDLC-Adapter Alternate Line Attachment (ALA) und an den Prozessor IBM 4702 über den IBM-4700-Token-Ring-Netzwerk-Adapter angeschlossen werden.

FBSS, Version 2.0 und 2.1 ist im übrigen ein Programmprodukt, das mit erweiterten Funktionen das bisherige " System-Unterstützungs-Programm für Kreditinstitute" (SU-K) ablöst. Es ermöglicht den Einsatz folgender spezieller Einheiten beziehungsweise Funktionen im Bereich der Arbeitsplatz-Peripherie: IBM 4707 Positiv-Bildschirm 9 Zoll (IBM PS/2), unterschiedliche Bildschirmmodi, PS/2 Funktionstastatur und IBM PC Sicherheitsadapter für IBM Personal Computer und IBM PS/2, Modell 30.

Gegenüber der letzten Version des System-Unterstützungsprogramms für Kreditinstitute bietet FBSS Version 2.0 noch folgende Erweiterungen:

- Unterstützung der neuen IBM 4700-Drucker (IBM 4722 Sparbuch- und Formulardrucker, IBM 4712 Journal- und Quittungsdrucker, IBM 4710 Journal- und Quittungsdrucker, IBM 4720 Sparbuch- und Formulardrucker), Magnetstreifeneinheiten und Kundentastaturen über Server.

- 3270 API und File-Transfer-Support von und zu entsprechenden Host-Partner-Programmen. Das 3270 API ist in einer FBSS-Umgebung auch Voraussetzung für den Zugriff zu Disoss über das Programm IBM PC-Büro.

Big Blue hat nicht nur Fäden zwischen dem PS/2 und der 4700-Einheit gesponnen, sondern auch die Speicherkapazität für den Banken-Rechner erweitert. Neben zwei Festplatten mit je 30 MB Speicherkapazität lassen sich nun auch alternativ zwei Festplatten mit je 80 MB Speicherfähigkeit in der IBM 4702, die als Zweigstellen-Prozessor für eine Vielzahl von Anwendungslösungen die Basis abgibt, installieren. Wahlweise ist auch der Betrieb je einer 30-MB- und einer 80-MB-Platte möglich.

Darüber hinaus ist die Möglichkeit einer Kapazitätserweiterung durch den Anschluß weiterer externer Platteneinheiten vergrößert worden.

Statt IBM-4708-Platteneinheiten mit einer Kapazität von bis zu 88 MB, die bisher für die 4702 verfügbar waren, können nun bis zu vier Platteneinheiten IBM 9332 Modell 250 und/ oder Modell 450 über die Schnittstelle Small Computer System Interface (SCSI) angeschlossen werden. Daraus ergibt sich ein Maximalwert von 1,7 GB.

Hinzugekommen sind auch weitere Funktionen für den 4700 Host Support und den Controller Resource Manager. Die Erweiterungen betreffen die Funktionen Host Transmission Facility (HTF) für das

Betriebssystem VSE/AF sowie die Möglichkeit, Benutzerdateien zu definieren und zu übertragen. Mit der Freigabe von RM4700 CTLR, Version 2, kann eine größere Anzahl von Workstations definiert werden und es lassen sich mehr Plattenlaufwerke unterstützen.

Nicht vergessen wurde im Rahmen der Erweiterungen auch das SolutionPac 9370/VM für Banken und Sparkassen. Hinzugekommen sind hier unter anderem IBMs NetView als System- und Netzwerkmanagement, Datensicherungsmethoden unter der Bezeichnung VM-Backup und VM-DSNX für die Verteilung von Daten und verschiedene Werkzeuge für die Anwendungsentwicklung.