Offshoring und Cloud Computing

Umbrüche im Servicemarkt

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Cloud Computing, Social Media und Business Analytics von Mitarbeiter und Prozesse der Service-Provider heraus.
Foto: Konstantin Sutyagin, Fotolia.de

Wenn IT-Dienstleister heute über Krise reden, dann nur in der Vergangenheitsform. Allenfalls der Mangel an IT-Spezialisten dämpft ihre Laune: Fehlende Fachkräfte drohen das derzeit rasante Wachstum zu bremsen. Die euphorische Stimmung erinnert an der Situation zur Jahrtausendwende, als der Branche beflügelt durch Jahr-2000-Projekte, Euro-Umstellung und Internet-Boom, alles zu gelingen schien. Anschließend fegten die Beratungskrise, das Spardiktat der Anwender sowie der Offshoring-Trend einige Anbieter vom Markt, es kam zur Konsolidierung.

Auch heute stehen der Branche enorme Umwälzungen bevor, darüber können die gut laufende Projekt- und Auslagerungsgeschäfte nicht hinwegtäuschen. Provider, die sich nicht rechtzeitig darauf einstellen, werden mittel- und langfristig scheitern. Ein Blick zurück lässt erahnen, welche Schicksale unbeweglichen Anbietern drohen:

  • Siemens hat den Offshore-Trend verschlafen und wurde nach erheblichen finanziellen Verlusten für den Mutterkonzern an Atos Origin verkauft.

  • EDS hat sich mit der Übernahme von A.T.Kearney übernommen. Nach der Trennung von der Beratungssparte lief das Outsourcing-Geschäft zwar wieder gut, doch im BPO, Offshoring und Projekt-Business war der Anschluss verpasst. EDS wurde 2008 von HP übernommen.

  • Tieto Enator hat es versäumt, eine tragfähige Balance zwischen Onshore- und Offshore-Kräften zu finden. Daraufhin brach die Marge ein und es drohte eine feindliche Übernahme durch den Investmentfond Nordic Capital. Die wurde 2008 abgewendet, es folgte eine Restrukturierung des Geschäfts.