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Ukraine: Y2K bringt kein zweites Tschernobyl

29.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die ukrainische Atomenergieaufsicht sieht der Datumsumstellung auf das Jahr 2000 gelassen entgegen. Die Reaktoren aus der Sowjet-Ära seien durch das Jahr-2000-Problem nicht gefährdet, hieß es. "Wir haben die komplette Ausrüstung aller Reaktoren überprüft", erklärte Energoatom-Chef Mikola Dudschenko auf einer Pressekonferenz in Kiew. "Keines der Systeme in den Verwaltungs-, Verteidigungs- oder Sicherheitsbereichen unserer Systeme ist durch die Y2K-Problematik gefährdet."

Die fünf Atomreaktoren der Ukraine decken rund die Hälfte des Energiebedarfs. Im Katastrophenreaktor Tschernobyl, in dem es 1986 zum bislang schwersten bekannten Nuklearunfall weltweit gekommen war, ist nur noch einer von ursprünglich vier Blöcken am Netz. Dieser sollte eigentlich bis zum Jahr 2000 abgeschaltet werden. Weil aber der Westen noch keine ausreichenden Kredite für Ersatzreaktoren bereitgestellt hat, wurde die Abschaltung auf unbestimmte Zeit verschoben.