Wechselkurs und Wirtschaftskrise

Überflieger Nintendo stürzt ab

30.10.2008
Seit dem Start der Spielekonsole Wii sind Umsätze und Profite von Nintendo explodiert. Doch die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel.
Super Mario und Kollegen müssen wohl bald den Gürtel enger schnallen.
Super Mario und Kollegen müssen wohl bald den Gürtel enger schnallen.

Der japanische Videospiele-Konzern Nintendo hat wegen des rasant gestiegenen Yen seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. Wie das in Kyoto ansässige Unternehmen am Donnerstag mitteilte, dürfte der Nettogewinn zum Bilanzstichtag 31. März 2009 nun 345 Milliarden Yen (2,7 Milliarden Euro) betragen, 16 Prozent weniger als noch vor zwei Monaten erwartet. Der gestiegene Außenwert des Yen überschattet den starken Absatz von Nintendos erfolgreichen Spielekonsolen Wii und DS. Erst im August hatte der Konzern seine Prognosen noch angehoben. Der Yen hat auch andere japanische Elektronikunternehmen wie Sony, Toshiba und Canon gezwungen, ihre Gewinnerwartungen nach unten zu schrauben.

Nintendo rechnet jetzt mit einem Betriebsgewinn von 630 Milliarden Yen, nachdem im August noch 650 Milliarden anvisiert worden waren. Der Umsatz soll sich wie bislang erwartet auf zwei Billionen Yen belaufen. Bezogen auf die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres konnte Nintendo einen Zuwachs des Nettogewinns um 9,4 Prozent auf 144,8 Milliarden Yen verbuchen. Das Betriebsergebnis stieg um 33,6 Prozent auf 252,2 Milliarden Yen und der Umsatz um 20,4 Prozent auf 836,9 Milliarden Yen. Das Unternehmen erhöhte sein Absatzziel für die Wii-Konsole um eine Million auf 27,5 Millionen Geräte. Bei der DS geht der Konzern weiterhin von einem Absatz von 30,5 Millionen Geräten aus. (dpa/ajf)