Üben für das internationale Parkett

14.05.2002
Internationale Bewerbungstipps und zahlreiche Beispiele für einen gelungenen Lebenslauf helfen bei der Jobsuche weiter.

Foto, Geburtstag der Oma und Link zur Homepage? Gerade bei Bewerbungen für einen Job im englischsprachigen Ausland gelten bei der Frage, welche Informationen Anschreiben und Lebenslauf enthalten sollten, andere Regeln. Um wegen formaler Fehler nicht gleich auf den Stapel der aussichtslosen Fälle zu landen, geben Klaus Schürmann und Suzanne Mullins mit ihrem Buch "Die perfekte Bewerbungsmappe auf Englisch" Tipps zur richtigen Vorgehensweise.

Nützlich an dem Buch (im DIN-A4-Format) sind vor allem die kommentierten Beispiele und die kritischen Anmerkungen dazu. Dabei haben Schürmann und Mullins Anschreiben und Lebensläufe für ganz unterschiedliche Jobangebote berücksichtigt. Von der kreativen Bewerbung als Grafik-Designerin bis zur seriöseren Variante als SAP-Berater stellen die Autoren die unterschiedlichsten Formen vor und unterziehen sie einer kritischen Beurteilung, anhand derer Bewerber nützliche Tipps für ihre eigene Mappe ableiten können. Beispielsweise sind Anschreiben mit der anonymen Anrede "Sehr geehrte Damen und Herren" im angloamerikanischen Sprachraum ganz unüblich, denn es entsteht beim Empfänger der Eindruck, dass sich der Bewerber nicht die Mühe gemacht hat, den Namen des Ansprechpartners zu recherchieren, so die Autoren.

Auch beim Lebenslauf sollten Bewerber möglichst mit der Gegenwart und nicht - wie im deutschen Sprachraum üblich - mit der Schulbildung beginnen. Wer ein Aufbaustudium an einem englischen oder amerikanischen College anstrebt, findet in dem Ratgeber hierfür ebenfalls ein Beispiel. Auch eine Bewerbung per E-Mail berücksichtigen die Autoren. Hier sollte der Jobsuchende den E-Mail-Text ähnlich einem Anschreiben nutzen, und auf die ausgeschriebene Stelle und die eigenen Qualifikationen eingehen. Um die Bearbeitung der elektronischen Bewerbung für den Adressaten zu erleichtern, sollte der Lebenslauf als Word- und Textdatei angehängt werden, denn nicht alle Welt benutzt die gleich Standardsoftware.

Neben den zahlreichen Beispielen fassen die Autoren am Ende des Buches noch einmal alle wesentlichen Punkte übersichtlich zusammen, stellen die unterschiedlichen Benotungssysteme an Schulen und Universitäten in den USA, Großbritannien und Deutschland gegenüber und geben Tipps für die Übersetzung von Berufsbezeichnungen. Selbst an eine Liste internationaler Jobbörsen im Netz haben sie gedacht.

Ein Wermutstropfen allerdings bleibt: Statt der versprochenen Literaturliste finden sich nur zwei von den Autoren selbst verfasste Bücher. Schade, denn die Analyse der Anschreiben und Lebensläufe überzeugen und diese Peinlichkeit hätten sich Schürmann und Mullins sparen können.

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