Open-Source- und Linux-Rückblick für KW 17

Ubuntu 15.04 "Vivid Vervet"

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Canonical hat eine neue Version von Ubuntu zur Verfügung gestellt. Ubuntu 15.04 "Vivid Vervet" und Derivate sind ab sofort verfügbar.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open Source und Linux in Kalenderwoche 17.

LibreOffice 4.3.7 steht bereit. Der ionas-Server bietet eine neue Adminstrationsoberfläche und es gibt eine Version für Small Business. SoftMaker Office HD Basic für Android-Tablets ab sofort kostenlos.

Ubuntu 15.04 "Vivid Vervet"

Alle sechs Monate gibt es eine neue Variante der Linux-Distribution Ubuntu. Da wir uns in einem ungeraden Jahr befinden, ist die April-Ausgabe keine sogenannte LTS-Version, also eine mit Langzeitunterstützung. Für einen Einsatz auf einem Server ist ein Betriebssystem, das lediglich neun Monate unterstützt ist, weniger interessant. Dennoch gibt es einige nennenswerte Änderungen, die auch Einfluss auf die kommenden Versionen haben.

Die Entwickler haben das Init-System systemd eingeführt. Früher hat man auf die Eigenentwicklung Upstart gesetzt. Nachdem die Basis, Debian, allerdings auch auf systemd umsteigt, ist man bei Ubuntu gleichgezogen. Upstart ist als Fallback vorhanden und wird für die Kontrolle der Anwendersitzungen verwendet.

Weiterhin setzt man als Desktop-Umgebung auf Unity 7.3. Hier gibt es nur kleinere Verbesserungen. Die Anwendungsmenüs kann man zum Beispiel so einstellen, dass sie dauerhaft sichtbar sind. Der große Wurf wird allerdings mit Unity 8 erwartet.

Als Herzstück kommt Kernel 3.19 zum Einsatz. Genau genommen handelt es sich um eine modifizerte Version von 3.19.3. Ebenfalls wurden die Standardanwendungen aktualisiert. Unter anderen finden Sie LibreOffice 4.4, Firefox 37 und Thunderbird 31.6 per Standard installiert.

Sie können ISO-Abbilder für Ubuntu 15.04 Desktop (x86, AMD64), Server (x86, AMD64) und Snappy Ubuntu Core (AMD64, ARMhf) von der Projektseite beziehen.

Kubuntu 15.04, Xubuntu 15.04 und weitere Derivate

Wie immer gibt es auch neue Versionen der Ubuntu-Ableger. Kubuntu 15.04 bringt Plasma 5 und KDE Applications 4.12 mit sich. Xubuntu setzt als Desktop-Umgebung auf Xfce 4.12. Ubuntu Studion 15.04 setzt ebenfalls auf Xfce 4.12. Lubuntu haben die Entwickler einige allgemeine Bugfixes spendiert, da man sich auf LXQt vorbereitet.

Ubuntu MATE 15.04 ist die erste offzielle MATE-Version in der Ubuntu-Familie. Als Desktop-Umgebung dient MATE 1.8.2. MATE ist die Weiterentwicklung von GNOME2. Wer Ubuntu mit GNOME3 verwenden möchte, kann das mittels Ubuntu GNOME 15.04 tun. Es fehlen noch kleine Teile von GNOME 3.14, das meiste ist allerdings enthalten.

Sie finden weitere Informationen und Download-Links in den offiziellen Veröffentlichungshinweisen.

LibreOffice 4.3.7

The Document Foundation hat die siebte Wartungsversion von LibreOffice 4.3.x "Still" zur Verfügung gestellt. Dieser Zweig wird als sehr stabil gekennzeichnet und eignet sich laut eigenen Angaben auch für Unternehmen.

Für die Änderungen können Sie die Chagenlogs inspizieren (RC1, RC2). Die aktuellen LibreOffice-Versionen finden Sie im Download-Bereich der Projektseite.

Update beim ionas-Server bringt Weboberfläche mit sich

Die Entwickler der Private Cloud ionas-Server, die derzeit auf einem Raspberry Pi läuft, haben mit einem Update eine verbesserte Administrationsoberfläche zur Verfügung gestellt. Unter anderen kann sie den Status der Dienste anzeigen, Services starten und stoppen, Benutz anelgen, editieren und löschen, sowie Berechtigungen für diverse Services festlegen.

Weiterhin haben die Entwickler die Fertigstellung des ionas-Server Small Business angekündigt. Dieser bringt zum Beispiel eine VoIP-Telefonanlage und eine Projektplanungssoftware mit sich. Weitere Informationen dazu finden Sie in dieser Broschüre (PDF).

SoftMaker Office HD Basic

SoftMaker Office HD ist eine Office Suite für Android, die speziell für Tablets optimiert ist. Ab sofort bietet SoftMaker eine kostenlose Version, die etwas abgespeckt ist. Sie nennt sich SoftMaker Office HD Basic.

TextMaker (Textverarbeitung), PlanMaker (Tabellenkalkulation) und Presentations (Präsentationssoftware) können Sie kostenlos auf Ihrem Tablet nutzen, allerdings fehlen einige Profifunktionen. SoftMaker ist bekannt dafür, besonders kompatibel zu Microsoft Office zu sein.

Derzeit gibt es SoftMaker Office HD Basic exklusiv über Amazons App Store. Die Basic-Variante soll zu einem späteren Zeitpunkt auch via Google Play Store und die Website von SoftMaker ausgeliefert werden. (pah)