Linux- und Open-Source-Rückblick für Kalenderwoche 43

Ubuntu 14.10 „Utopic Unicorn“

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Canonical hat Ubuntu 14.10 „Utopic Unicorn“ veröffentlicht. Die ganzen offiziellen Ableger gibt es ebenfalls in Version 14.10.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source Kalenderwoche 43. Studenten können beim Univention Absolventenpreis Gelder in Höhe von 3500 Euro absahnen.

TU Berlin setzt ab sofort auf Enterprise-Version von ownCloud. Die persönlichen Daten mit dem ionas-Server unter Kontrolle.Crowdfunding soll Retro-REchner-Museum ermöglichen.

Ubuntu 14.10 "Utopic Unicorn"

Ab sofort können Ubuntu-Fans eine neue Version der beliebten Linux-Distribution herunterladen. Es handelt sich bei Ubuntu 14.10 "Utopic Unicorn" und Ableger um eine Version, die keine Langzeitunterstützung mit sich bringt. Das Open-Source-Betriebssystem wird demnach neun Monate lang mit Updates versorgt.Ubuntu 14.10 bringt Linux-Kernel 3.16 mit sich.

Unterstützung gibt es für Systeme mit Intel Cherryview, Haswell, Broadwell and Merrifield. Weiterhin ist anfängliche Unterstützung für NVIDIA-GK20A- und GK110B-GPUs enthalten. Laut den Veröffentlichungs-Hinweisen, in denen Sie auch die Download-Links finden, gibt es Netzwerk-Performance-Verbesserungen hinsichtlich Hyper-V, Xen und KVM.Ubuntus Desktop-Umgebung Unity bringt verbesserte Unterstützung für High-DPI-Bildschirme mit sich. Firefox ist als Version 33 und Chromium als 38 enthalten.

Qt wurde auf Version 5.3 aktualisiert und GTK auf 3.12. Als Standard-Büro-Software-Sammlung dient LibreOffice 4.3.Ubuntu Server 14.10 enthält OpenStack 2014.2 "Juno". Ebenso können Administratoren auf libvirt 1.2.8, Qemu 2.1, Cgmanager 0.32 und cloud-init 0.7.6 zugreifen. Darüber hinaus sind Docker 1.2 und MAAS 1.7-beta8 an Bord.Wie üblich haben die Entwickler der offiziell unterstützten Versionen ebenfalls neue xBuntu-Ausgaben zur Verfügung gestellt.

Bei Kubuntu 14.10 haben Anwender die Wahl zwischen Plasma 4 oder Tech Preview von Plasma 5. Dafür stellen die Entwickler separate ISO-Abbilder zur Verfügung. Empfohlen ist das als stabil geltende Plasma 4 mit KDE 4.14.

Wer es etwas leichtgewichtiger in Sachen Desktop-Umgebung mag, möchte vielleicht auf Xubuntu 14.10(Xfce) oder Lubuntu 14.10 (LXDE) setzen.

Univention Absolventenpreis

Die Univention Gmbh schreibt auch in diesem Jahr einen Absolventenpreis aus, der mit insgesamt 3500 Euro dotiert ist. Dabei nominiert eine unabhängige Jury universitäre Abschlussabreiten, die sich mit Open-Source beschäftigen und zur Verbreitung, sowie Entwicklung beitragen. Wer mitmachen und seine Arbeit einreichen möchte, kann sich an absolventenpreis@univention.de wenden. Weiterführende Informationen gibt es unterabsolventenpreis.de.

TU Berlin setzt auf ownCloud Enterprise

Die TU Berlin hat den ownCloud-Service "tubCloud" nun von der Community- auf die Enterprise-Version umgestellt. In dieser ownCloud-Installation befinden sich bald bis zu 30.000 Nutzer, die Ihre Daten mit der persönlichen Cloud-Umgebung synchronisieren. Studenten erhalten 20 GByte ownCloud-Speicher und Mitarbeiter sogar 100 GByte.

Die TU Berlin schätzt als Vorteile der ownCloud, dass man den Synchronisations-Dienst auf Linux, Mac OS X, Windows, sowie Tablets und Smartphones mit Android oder iOS verwenden kann. Außerdem habe man die volle Kontrolle über die Daten und ist im Einklang mit den deutschen Datenschutz-Regelungen.

Nach"NRW sync & share" (bis zu 500.000 Nutzer)ist das ein weiteres sehr große ownCloud-Projekt. Der NSA-Schnüffel-Skandal zeigt eindeutig Wirkung. Es besteht offensichtlich großes Interesse, Daten in einer Cloud-Umgebung abzulegen, über die man vollständige Kontrolle hat. Die ownCloud bietet solche Optionen.

Persönliche Cloud mit dem ionas-Server

Wer zu Hause eine persönliche Cloud betreiben möchte, kann sich ein Projekt mit Namen ionas-Server ansehen. Der ionas-Server wird als persönliche, sichere, offene und plattformübergreifende "Jedermann"-Datensicherungs- und -synchronisationslösung für Dateien, Termine, Kontakte angepriesen.

Der ionas-Server wird auch einen VPN-Kanal anbieten. Damit können Sie Ihre Datei auch über das Internet sicher synchronisieren. Wie schnell die Geschichte ist, hängt natürlich von Ihrer Internet-Leitung ab.Das Produkt ist derzeit mit einem Verkaufspreis von 249 Euro ausgeschrieben. Sie finden weitere Informationen im Datenblatt (PDF).

Ein Blick auf die eingesetzte Hardware verrät aber schon, dass man sich hier an Heimanwender richtet. Herz und Gehirn sind ein Raspberry Pi B+ und eine Festplatte mit einem TByte Storage.Interessant ist das Projekt trotzdem, da man nur Open-Source-Software einsetzt. Unter anderem sind die Komponenten Seafile, Radicale, Firefox Sync, Mopidy, OpenVPN, ddclient, fail2ban und ssh tätig.

Retro-Rechner-Museum

Via Startnext versucht man derzeit, ein Retro-Rechner-Museum auf die Beine zu stellen. Der "Digital Retro Park" soll Klassiker wie den C64, Amiga, Schneider CPC, Atari und so weiter wieder zum Leben erwecken.Man möchte über Crowdfunding mindestens 3.000 Euro sammeln. Insgesamt würden 25.000 Euro für das Projekt gebraucht. Den Fehlbetrag gleicht die Aventis-Stiftung aus.