Linux- und Open-Source- Rückblick für Kalenderwoche 17

Ubuntu 13.04 "Raring Ringtail" ist da

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Canonical hat eine neue Version der Linux-Distribution Ubuntu zur Verfügung gestellt. Im Schlepptau befinden sich üblichen Derivate.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in der Kalenderwoche 17. Zusammen mit Ubuntu 13.04 ist neben Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu und so weiter erstmals Ubuntu GNOME unter der Schirmherrschaft von Ubuntu erchienen.

GParted kann in Version 0.16 mit dem Dateisystem F2FS umgehen. BitTorrent Sync ist als Beta-Version verfügbar. Wikimedia hat die Umstellung auf MariaDB abgeschlossen und letztere vereinen Kräfte mit SkySQL. Fedora 19 Alpha ist testbereit. In Sachen Steam gibt es eine neue Beta-Version, die Anwender testen können.

Ubuntu 13.04 "Raring Ringtail"

Ab dieser Version gibt es für Nicht-LTS-Varianten (Langzeitunterstützung) nur noch neun Monaten Unterstützung. LTS-Versionen kommen immer im April einer gerade Jahreszahl und haben fünf Jahre Unterstützung. Die nächste ist also mit 14.04 fällig. Weiterhin wurde Wubi, der Ubuntu-Download für Windows eingestellt.

Ubuntu 13.04 "Raring Ringtail" wird mit Linux-Kernel 3.8.8 ausgeliefert. Weiterhin ist Unity 7 an Bord, was zu mehr Geschwindigkeit und weniger Speicherverbraucht führen soll.

In den Veröffentlichungs-Hinweisen, wo Sie auch Download-Links für alle Varianten finden, sind Upstart 1.8 und LibreOffice 4.0, sowie CUPS 1.6.2 hervorgehoben. Die Entwickler liefern außerdem nur noch Python 3 mit dem Desktop-Abbild aus. Python 2 bleibt allerdings noch eine Weile über das Softwarelager installierbar.

Die Server-Edition von Ubuntu 13.04 bringt die Grizzly-Version von OpenStack mit sich. Auch für die LTS-Variante 12.04 gibt es Grizzly im Ubuntu-Cloud-Archiv. Darüber hinaus sind Python Juju 0.7 und MAAS 1.3 an Bord.

MongoDB kommt als Ausgabe 2.2.4 mit aktivierter Unterstützung für SSL. Diese Version der Software wird es auch als Backport für Ubuntu 12.04 und 12.10 geben.

Durch das Vorhandensein von OpenvSwitch 1.9.0 ist das Bridge-Kompatibilitäts-Modul offiziell als veraltet markiert. Administratoren sollten langsam aber sicher eine Umstellung beginnen.

Ubuntus Derivate

Kubuntu bringt KDE Playma Workspaces 4.10 mit sich. Weiterhin ist die neue Version der Muon Suite für das Paket-Management an Bord. Standard-Browser ist Rekonq 2. Als Alternative zum Kickoff-Menü, bietet Kubuntu 13.04 Homerun an. Diese Software ist ähnlich zum Dash in Ubuntu 13.04.

Im Abbild Xubuntus finden Anwender ab sofort Gnumeric und GIMP wieder per Standard. Dafür passt die Distribution nicht mehr länger auf eine herkömmliche CD, sondern wurde mit Fokus auf USB-Stick mit mindestens einem GByte entwickelt. Weiterhin haben die Entwickler Catfisch und Parole aktualisiert. In Lubuntu musste Catfish weichen, da PCManFM ein eigenes Such-Tool mit sich bringt.

Erstmals wurde eine reine GNOME-Version unter der Schirmherrschaft von Canonical ausgegeben. Die Entwickler haben beschlossen, weiterhin auf GNOME 3.6 zu setzen. Es gibt ein PPA, mit dem sich Anwender einen Überblick zu GNOME 3.8 bezüglich Ubuntu machen können. Dazu ist aber ein dist-upgrade notwendig. Eine herkömmliche Aktualisierung spielt die neue GNOME-Version nicht ein. Gegenüber Ubuntu GNOME Remix 12.10 hat LibreOffice Abiword und Gnumeric ersetzt. Weiterhin verwenden die Entwickler das Ubuntu Software Center und den Update Manager. Zuvor hatte diese Aufgaben GNOME Software erledigt.

Ebenso feiert UbuntuKylin sein Debüt. Es handelt sich hier um eine Ubuntu-Variante, die speziell für den chinesischen Markt entwickelt wird.

GParted 0.16

Die Partitionier-Software GParted gibt es ab sofort als Ausgabe 0.16. Ab dieser Ausgabe unterstützt die Open-Source-Software das Dateisystem F2FS. Dieses Dateisystem wurde von Samsung entwickelt und steht für Flash-Friendly File-System.

Darüber hinaus haben die Entwickler einen Fehler behoben, Der bei Verschieben oder Kopieren einer Partition unter Umständen zu einem Datenverlust führen konnte.

Erste Version von BitTorrent Sync

Die Entwickler der P2P-Software haben eine Beta-Version eines Synchronisations-Clients zur Verfügung gestellt. Damit können Anwender Dateien und Ordner im selben Netzwerk synchron halten, ohne dafür einen Server zu brauchen. Teilt jemand einen Order, gibt er der Gegenstelle einfach einen Schlüssel. Dieser wird in den Client eingegeben und der Synchronisations-Vorgang beginnt.

Der Client ist für Linux, Mac OS X und Windows verfügbar. Berichten zufolge funktioniert BitTorrent Sync Beta auch mit Linux-basierten NAS-Systemen, wie zum Beispiel Synology.

MariaDB

Nachdem diverse Linux-Distributionen MariaDB den Vorzug vor MySQL geben, ght auch Wikimedia in diese Richtung. Man hat laut eigenen Angaben die Umstellung der deutschen und englischen WIkipedia-Seiten auf MariaDB erfolgreich abgeschlossen.

Weiterhin hat MariaDB eine Zusammenarbeit mit SkySQL angekündigt. Somit seien die Schlüsselfiguren von MySQL Ab wieder vereint. Es scheint, als wenden sich derzeit alle von MySQL ab. Oracle wird aus allen Lagern vorgeworfen, MySQL hinter zu verschlossenen Türen zu entwickeln.

Neue Beta-Ausgabe für Steam

Die größte Neuerung bei der neuesten Beta-Ausgabe des Steam-Clients ist, dass sich Download-Geschwindigkeiten beschränken lassen. Speziell beim Linux-Client haben die Entwickler diverse Fehler aus der Welt geschafft.

Fedora 19 Alpha

Mit einer Woche Verspätung haben die Entwickler von Fedora eine Alpha-Version von Fedora 19 zur Verfügung gestellt. Unter anderem befinden sich GNOME 3.8, KDE Plasma Workspace 4.10 und MATE in der Distribution.

systemd Resource Control wird als eine der wichtigsten Änderungen in Fedora 19 betrachtet. Damit können Sie Momentanaufnahmen von Prozessen machen, die sich dann zum Beispiel auf einen anderen Rechner übertragen lassen. (mhr)