Bewertung jetzt über $40 Mrd.

Uber sammelt 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren ein

05.12.2014
Das umstrittene Start-up Uber hat sich eine dicke Finanzspritze besorgt. Dabei wurde die Kritik am Fahrdienst-Vermittler in letzter Zeit immer lauter. Uber-Chef Travis Kalanick räumt Fehler ein und verspricht Besserung.

Der Fahrdienst-Vermittler Uber hat die Kapitaldecke massiv aufgepolstert, um sein aggressives internationales Wachstum zu finanzieren. 1,2 Milliarden Dollar (umgerechnet eine Milliarde Euro) besorgte das Unternehmen bei Anlegern, wie Uber-Chef Travis Kalanick am Donnerstag im Firmenblog mitteilte. "Diese Finanzierung wird Uber substanzielle Investitionen ermöglichen, insbesondere in der Asien-Pazifik-Region."

Travis Kalanick, Mitgründer und CEO von Uber
Travis Kalanick, Mitgründer und CEO von Uber
Foto: via Speakerpedia.com

Laut "Fortune" laufen zudem noch Verhandlungen mit Investoren über weitere Mittelaufnahmen, so dass das Finanzierungsvolumen auf bis zu 1,8 Milliarden Dollar steigen könne. Uber habe die Investmentbank Goldman Sachs angeheuert, um Geld einzuwerben, berichtete das US-Finanzmagazin. Uber würde bei der Finanzierungsrunde mit 40 Milliarden Dollar bewertet werden; das "Wall Street Journal" spricht sogar von 41 Milliarden..

Uber hatte sich zuletzt im Juni 1,2 Milliarden Dollar bei Investoren geholt. Dabei wurde die Firma mit 17 Milliarden Dollar bewertet, was damals schon als außergewöhnlich viel empfunden wurde. Die Geldgeber trauen Uber zu, mit seiner Plattform neben der Taxi-Branche auch die Logistik umzukrempeln.

Uber befindet sich auf rasantem Expansionskurs und ist inzwischen nach eigenen Angaben in 50 Ländern präsent. Uber vermittelt mit Hilfe einer Smartphone-App Fahrten mit Chauffeuren, aber auch mit privaten Fahrern. Vielerorts gibt es jedoch Clinch mit dem Taxi-Gewerbe und Behörden. Sie werfen dem Start-up unfairen Wettbewerb vor.

Das Interesse der Investoren ist umso bemerkenswerter, da Uber zuletzt besonders starker Kritik ausgesetzt war. Ein Top-Manager hatte mit Gedankenspielen über Schmutzkampagnen gegen kritische Journalisten für Empörung gesorgt. Uber-Chef Kalanick räumte in seinem jüngsten Blog-Eintrag Fehler ein. Mit dem rasanten Wachstum hätten auch die Belastungen für sein Unternehmen stark zugenommen.

"Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen, das sind die ersten Schritte", schreibt Kalanick. Uber müsse deshalb in Wandel investieren und Beratung suchen, um herauszufinden, welche Anpassungen notwendig seien. "Zum Glück ist rasches Handeln etwas, wo Uber glänzt, und wir werden in den nächsten Monaten Veränderungen vornehmen." (dpa/tc)