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Relaunch für mehr "Stickyness"

Twitter wertet seine Webseite auf

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Twitter hat den überfälligen Relaunch seiner Webseite angekündigt. Die kommt künftig stärker App-like daher.
Die #newtwitter-Timeline mit ausgefahrenem Detail-Bereich (hier: Embedded Video)
Die #newtwitter-Timeline mit ausgefahrenem Detail-Bereich (hier: Embedded Video)

Den Relaunch stellte Twitter gestern auf einer Pressekonferenz in San Francisco vor. Die neuen Features erklärt der Microblogging-Dienst auch im Firmenblog. Sie werden allerdings erst nach und nach im Laufe der kommenden Wochen für alle registrierten Nutzer ausgerollt.

Die neue gestaltete und programmierte Twitter-Webseite erinnert in vielen Punkten an die aktuelle Twitter-App für das iPad. Es gibt weiterhin die gewohnte Timeline, in der die Tweets chronologisch einlaufen - die "neue" scrollt aber nun endlich von sich aus "endlos" nach unten, sodass man nicht mehr auf "mehr" klicken muss, um weitere Tweets zu sehen.

Wenn man einen einzelnen Tweet anklickt, öffnet sich künftig nach rechts ein neuer Bereich mit Detail-Informationen. Dort werden dann mehr Informationen über den Autor, gegebenenfalls dessen Aufenthaltsort oder eingebettete Medien wie Fotos oder Videos angezeigt. Für das Einbetten von Fotos und Videos hat Twitter Kooperationen mit einschlägigen Anbietern wie Flickr, TwitPic, USTREAM, Vimeo, yfrog und YouTube geschlossen.

Klickt man auf einen Twitter-Benutzernamen, wird nun (ebenfalls im Detail-Bereich) ein Miniprofil mit Kurzbiografie und den letzten Tweets dazu eingeblendet, sodass man die Timeline-Seite nicht mehr verlassen muss, um mehr über einen User zu erfahren.

Alles in allem erhöht Twitter mit dem Relaunch die "Stickyness" seiner Webseite deutlich und tritt damit verstärkt in Konkurrenz zu Desktop-Clients wie Seesmic Desktop 2 oder TweetDeck - zumindest so lange ein Nutzer nur ein Twitter-Konto beackert. Mit den neuen Möglichkeiten zum Medienkonsum direkt auf der Webseite geht Twitter aber natürlich auch Facebook an.