Geschäftsmodell

Twitter testet "Kaufen"-Knopf in den USA

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Twitter experimentiert in den USA mit einem neuen "Buy"-Button, über den Nutzer direkt aus einem Tweet heraus Waren kaufen können.

Das kündigt Produkt-Manager Tarun Jain heute im Firmenblog an. Der Test beginnt demnach für einen kleinen Prozentsatz der US-Nutzer. Voraussetzung ist, dass diese die aktuelle Version der Twitter-App für iOS oder Android nutzen und den Anbieter-Partnern folgen, die Twitter zum Start gewinnen konnte. Die Liste dieser Künstler, Marken und gemeinnützigen Organisationen finden Interessierte am Ende des Blogposts; darauf stehen unter anderem Burberry, Eminem, Home Depot, Megadeth, Pharrell, (RED), Ryan Adams, Soundgarden oder 9/11 Day.

Bald kann man bei Twitter direkt aus einem Tweet heraus einkaufen - der Test startet in den USA...
Bald kann man bei Twitter direkt aus einem Tweet heraus einkaufen - der Test startet in den USA...
Foto: Twitter

Laut Jain handelt es sich um einen frühen Schritt in Twitters Bestreben, Einkaufen auf mobilen Endgeräten angenehm und einfach zu machen. Nutzer sollen Zugang zu exklusiven Angeboten und Merchandise erhalten und umgekehrt Verkäufer ihre direkte Beziehung zu Followern besser in Umsatz ummünzen können. Twitter geht das Vorhaben nicht alleine an, sondern arbeitet in Sachen E-Commerce bereits mit Fancy, Gumroad, Musictoday und Stripe zusammen; weitere Partner sollen in Kürze folgen.

Wer im Rahmen des Tests einen "Kaufen"-Knopf antippt, bekommt daraufhin weitere Produktdetails angezeigt und kann dann Lieferadresse und Zahlungsinformationen eingeben. Sobald diese eingetippt und bestätigt sind, wird der Auftrag zum Anbieter übertragen.

Dabei legt Twitter nach eigenen Angaben größten Wert auf Sicherheit. Versand- und Zahlungsdaten werden verschlüsselt und nach der ersten Transaktion sicher gespeichert, so dass man sie später nicht immer wieder aufs Neue eingeben muss. Wer dem nicht traut, kann die Daten aber auch jederzeit aus seinem Konto löschen. Kreditkarteninformationen würden sicher verarbeitet, verspricht Twitter, und nicht ohne Zustimmung des Nutzers an den Händler weitergegeben.

Um den Test zu ermöglichen, hat Twitter auch seine AGB und Datenschutzerklärung geändert. Mehr Details zu den "In-Tweet Purchases" stehen auf einer neuen Support-Seite. Ob und gegebenenfalls wann der Test auch auf Märkte außerhalb der USA ausgedehnt wird, verrät Twitter noch nicht. Hierzulande hat der Dienst mit geringerer Akzeptanz und langsamerem Wachstum zu kämpfen als anderswo.