Kim Dotcom reklamiert Patent

Twitter sorgt nach Hacker-Attacken für mehr Sicherheit

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Kurzmitteilungsdienst Twitter führt nach einer Welle von Hacker-Angriffen auf Profile einflussreicher Medien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ein.

Nutzer bekommen die Möglichkeit einer Anmeldung in zwei Stufen ("Two-factor Authentication"), wie Twitter am Mittwoch ankündigte. Ähnlich wie etwa beim Online-Banking muss bei der Login-Verifizierung zusätzlich zum Passwort ein Code eingegeben werden, der bei jedem Anmelden neu per SMS verschickt wird. Experten hatten schon länger eine solche zusätzliche Sicherheitsebene vorgeschlagen.

In den vergangenen Wochen waren unter anderem die BBC, die Nachrichtenagentur AP und die "Financial Times" Opfer von Hacker-Angriffen geworden. Über Phishing-Mails wurden Passwörter ausspioniert und Twitter-Accounts gekapert. Zu den Attacken bekannte sich eine "Syrian Electronic Army", die westlichen Medien vorwirft, falsch über den Bürgerkrieg in Syrien zu informieren.

Der AP-Angriff war besonders schwerwiegend, weil die Hacker über das offizielle Twitter-Profil der Nachrichtenagentur Falschinformationen über Explosionen im Weißen Haus und eine Verletzung von Präsident Barack Obama verbreitet hatten. Der US-Aktienmarkt war daraufhin für kurze Zeit eingeknickt.

Kurz nach Twitters Ankündigung meldete sich übrigens der umstrittene Internet-Unternehmer Kim Dotcom zu Wort. Er behauptet einem Bericht des US-Technikblogs "The Verge" zufolge, dass Twitter (und auch andere Firmen wie Google, Facebook oder Citibank, die gleichfalls eine mehrstufige Anmeldung anbieten) gegen eines seiner Patente verstoßen.

Das Patent mit der US-Nummer 6078908 A hatte sich Dotcom noch unter seinem Geburtsnamen Kim Schmitz mit Rückwirkung bis ins Jahr 1997 erteilen lassen. Bislang habe er noch niemanden verklagt, der gegen seine Rechte verstoße, schrieb Kim Dotcom bei Twitter. Nach dem, was ihm die USA zuletzt in angetan hätten (Stichwort Megaupload), könnte er sich das aber auch anders überlegen, drohte er vage. (mit dpa)