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Stochern im Nebel

Twitter-Nutzerzahlen von Nielsen und comScore

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Der Kurznachrichtendienst Twitter ist derzeit medial omnipräsent und in aller Munde. Doch wie sehen die tatsächlichen Nutzerzahlen aus?

Die Marktforscher von Nielsen haben für Deutschland eine Verdoppelung der Twitter-Nutzerzahlen (Unique Audience) seit April auf 1,8 Millionen Nettonutzer im Juni ermittelt. Das heißt, dass 1,8 Millionen Menschen im Juni 2009 mindestens einmal die Webseite Twitter.com besucht haben. Viele davon kamen allerdings über Verweise von Google und damit wohl eher zufällig vorbei. 71,1 Prozent der Unique Audience besuchten Twitter im Juni überhaupt nur einmal, lediglich 14,8 Prozent von 1,8 Millionen kamen mindestens drei Mal auf die Site. Lange geblieben sind die meisten Besucher auch nicht - nur 6,5 Prozent der Nutzer - natürlich auch @COMPUTERWOCHE - verweilte im Juni insgesamt mehr als 30 Minuten auf Twitter.com (zum Vergleich: Facebook 31,8 Prozent, Wer-kennt-wen 43,8 Prozent).

Weltweit erreichte Twitter im Juni 44,5 Millionen Menschen, wie der Branchendienst "TechCrunch" unter Berufung auf comScore berichtet. Das sind rund sieben Millionen mehr als einen Monat zuvor, ein sequentielles Wachstum von 19 Prozent. Gegenüber dem Juni 2008 (2,9 Millionen Unique Visitors) legte Twitters Reichweite sogar um 1460 Prozent zu. Aktuell kommen laut comScore 20 Millionen der 44,5 Millionen Besucher aus den USA, 55 Prozent aus dem Rest der Welt. ComScore listet Twitter mittlerweile in seiner Liste der meistbesuchten Websites der Welt auf Platz 52 und damit vor ESPN und knapp hinter der BBC und Craigslist.

Beide Zählungen berücksichtigen im Übrigen nicht, dass viele Twitter-Nutzer den Dienst über Desktop-Clients und die APIs von Twitter nutzen und dabei gar nicht auf die Website zugreifen.