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Twitter kauft Entwickler der TweetDeck-App

26.05.2011
Twitter hat eines der führenden Programme zur Nutzung des Kurznachrichtendienstes gekauft, das britische TweetDeck.
TweetDeck, hier in der App-Variante für den Google-Browser Chrome.
TweetDeck, hier in der App-Variante für den Google-Browser Chrome.

Interessant macht den Deal nicht nur der angebliche Kaufpreis von 40 bis 50 Millionen Dollar, sondern auch die monatelange Verhandlungsgeschichte dahinter. Es geht dabei auch um die grundsätzliche Strategie von Twitter und die Frage, wie der populäre Dienst auf seinen hohen Nutzerzahlen ein stabiles Geschäftsmodell aufbauen kann.

Twitter hatte zuletzt ein eher gespanntes Verhältnis zu den Software-Entwicklern, die Apps für den Dienst programmieren. Die Firma versuchte, möglichst viele Nutzer direkt zu erreichen - etwa über die Twitter-Website oder die hauseigenen Smartphone-Apps. Im Gegenzug schmiedete der Internet-Unternehmer Bill Gross unter dem Dach seiner Holding UberMedia eine Art Gegenpol aus zusammengekauften Twitter-Clients. Es ging dabei vor allem darum, im Umfeld der Mitteilungen Werbung zu schalten - was Twitter selbst auch versucht.

Das Juwel von UberMedia sollte laut Medienberichten TweetDeck werden, einer der meistgenutzten Twitter-Clients. Zwischenzeitlich wurde sogar spekuliert, Gross wolle einen kompletten Konkurrenzdienst aufziehen. Dem Vernehmen schreckte der Vorstoß von UberMedia schließlich Twitter auf und der Kurznachrichtendienst machte ein höheres Angebot. Seit Wochen gab es regelmäßige Berichte über einen vollzogenen Deal mit beeindruckenden Summen von 40 bis 50 Millionen Dollar. Doch die offizielle Bestätigung kam erst am Mittwoch und ohne Preisangabe.

Angesichts des schwierigen Verhältnisses des Dienstes zu den Programm-Entwicklern gab es in der Twitter-Community Sorge, TweetDeck könnte nach einem Kauf einfach dichtgemacht werden. Dem trat Twitter-Chef Dick Costolo entgegen. "Wir werden weiter in das TweetDeck investieren, das die Nutzer kennen und lieben", schrieb Costolo in einem Blog-Eintrag. Zugleich räumte TweetDeck-Gründer Iain Dodsworth ein, dass einige Veränderungen möglicherweise unausweichlich seien. (dpa/tc)