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Entwicklerkonferenz Chirp

Twitter gewährt Einblick in die Zukunft

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Twitter veranstaltet gerade erstmals seine Entwicklerkonferenz Chirp. Dort gab es gestern schon interessante Einblicke in die weitere Entwicklung des Kurznachrichtendienstes.

Zu den vielversprechendsten Ankündigungen zum Start der Chirp gehörten wohl die "Annotations": Irgendwann im zweiten Quartal will Twitter Entwicklern die Möglichkeit eröffnen, einem "Tweet" (so heißen die 140 Zeichen langen Kurznachrichten des Microblogging-Dienstes) quasi beliebige Metadaten mitzugegeben und diese Metadaten später auch wieder aus Twitter herauszuholen. Das eröffnet auf einen Schlag eine Vielzahl neuer Anwendungsmöglichkeiten und vereinfacht gleichzeitig das Sortieren von und Suchen nach Informationen - eine immer größere Herausforderung angesichts von mittlerweile über 105 Millionen registrierten Twitter-Nutzern.

Apropos Suchen von Informationen: Twitter hat anlässlich der Chirp auch angekündigt, dass die US-amerikanische Library of Congress Zugriff auf das Twitter-Archiv mit allen jeweils geschriebenen Tweets erhält (jeweils sechs Monate nach deren ursprünglicher Veröffentlichung) - unter anderem für nichtkommerzielle Forschungszwecke und zur Bewahrung. Den Zugriff auf ältere Tweets, die search.twitter.com nicht mehr auffindet, vereinfacht künftig auch Google mit seiner "Replay"-Funktion, die eine Echtzeitsuche zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit startet.

Zur Chirp live gegangen ist die vor einiger Zeit schon skizzierte Twitter-Erweiterung "@Anywhere". Damit lassen sich Twitter-Funktionen sehr einfach in externe Webseiten integrieren. Schon zum Start sind prominente Partner wie Amazon.com, Bing, eBay, Foursquare und Gowalla, Google und YouTube, der "Guardian ,"New York Times" und "WSJ.com", aber auch Salesforce.com oder Yahoo! mit von der @Anywhere-Partie. Und viele weitere werden folgen, nachdem der Service nun für jedermann offensteht.

Weitere Ankündigungen auf der Chirp betrafen unbegrenzte User Streams, die neuen Unterseiten media.twitter.com und dev.twitter.com sowie die Absicht, auch für das von Google initiierte Mobilbetriebssystem Android einen offiziellen Twitter-Client anzubieten. Heute geht die Chirp weiter und wird auch live im Web gestreamt.