Microsoft SQL Server und Hyper-V richtig aufsetzen

Tutorial: SQL Server in Virtualisierungs-Cluster einbinden

Malte Jeschke
Malte Jeschke ist Leitender Redakteur bei TecChannel. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit professionellen Drucklösungen und deren Einbindung in Netzwerke. Daneben gehört seit Anbeginn sein Interesse mobilen Rechnern und Windows-Betriebssystemen. Dank kaufmännischer Herkunft sind ihm Unternehmensanwendungen nicht fremd. Vor dem Start seiner journalistischen Laufbahn realisierte er unter anderem für Großunternehmen IT-Projekte.
So virtualisieren Sie Microsoft SQL Server mit Hyper-V in einem Cluster-Umfeld richtig. Wir geben Tipps zu Installation, Konfiguration und Lizenzen.

Microsoft SQL Server 2008 R2 stellt IT-Administratoren vor ein paar Schwierigkeiten, soll er in virtualisierten Umgebungen betrieben werden. Die Kollegen von TecChannel haben daher einige wichtige Fakten und Tipps für Sie zusammengetragen. Microsoft stellt eine voll funktionsfähige Testversion für 180 Tage bereit.

Zuerst einige Bemerkungen zur Neuinstallation in der Konsolidierungsumgebung - diese betreffen keineswegs die Migration in eine vorhandene IT-Infrastruktur:

  • SQL Server Virtual Machine (VM) werden am einfachsten für Private Cloud/Konsolidierungsumgebungen mittels VM-Vorlagen erstellt.

  • Ab Version SQL Server 2008 R2 kann SQL Server mithilfe des Hilfsprogramms SysPrep Templates anfertigen.

  • Um SysPrep verwenden zu können, bedarf es zwei Schritte: Vorbereiten eines Images und dessen Beendigung. Es ist wichtig, dass Sie sich an die Dokumentation halten. Einen ausführlichen Leitfaden gibt es bei msdn.

  • Sie müssen die aktuellsten Hyper-V-Integrationskomponenten oder die entsprechenden gleichwertigen Versionen für Ihre Cloud verwenden. Zudem sollten Sie auf emulierten Geräten keinen SQL Server betreiben.

  • Das MAP Toolkit Demo von Steffen Krause hilft dabei herauszufinden, welche SQL-Server-Instanzen in die Cloud migriert werden können.

Dynamic Memory

Unter Microsoft SQL Server 2008 R2 läuft Dynamic Memory von Hyper-V 2008 R2 SP1. Weitere Infos finden Sie im Workshop - Dynamic Memory beim Hyper-V einrichten von den TecChannel-Kollegen.

Wenn Sie Dynamic Memory einsetzen, sollten Sie die nachstehenden Hinweise berücksichtigen:

  • Das Recht Lock Pages in memory sollte im SQL-Server-Dienstkonto gesetzt sein.

  • Die Anzahl der Startup-Memory-Einstellungen sämtlicher VMs, die auf einem Host laufen können, müssen kleiner sein als der physikalische Speicher des Hosts. Zu der Summe der Einstellungen gehören auch ungeplante Failover.

  • Vor einer Live Migration einer SQL VM, auch einer beabsichtigten, sollte nach Möglichkeit der Hautspeicher vom SQL Server verringert werden. Dies geschieht mit sp_configure ‘max server. Nachdem die Live Migration beendet ist, wird der komplette Hauptspeicher freigegeben.

  • Die Priorität bei der Zuteilung des Hauptspeichers wird mittels Memory Weight reguliert.

Storage

Alle Best Practices für SQL Server Storage betreffen auch Virtualisierungsszenarien. Die nachfolgenden Punkte sollten Sie beachten:

  • Lastsysteme: Daten und Logs sollen auf separate LUNs, die auf verschiedene Platten verteilt sind, gespeichert werden.

  • Dynamische Disks für Daten und Logs sind unter allen Umständen zu vermeiden.

  • Eingesetzt werden entweder Passthrough Disks oder Virtual Hard Disks mit fester Größe.

CPU

Hyper-V assistiert maximal vier virtuelle Prozessoren pro Virtual Machine. Bei einer Virtualisierung des SQL Servers steigt der CPU-Bedarf leicht an. Daher virtualisieren Sie am besten nur Lasten, weniger als vier CPU-Kerne bedürfen.

Die Prozessoren werden weiter überlastet, wenn dem Server mehr virtuelle CPUs zugeteilt werden als in physischer Hinsicht tatsächlich vorhanden sind. Und der CPU-Verbrauch erhöht sich weiter. Aus diesem Grund ist overcommitment der Lastsysteme zu vermeiden. Dies betrifft vor allem CPUs, die ohne Second Level Address Translation (SLAT) auskommen. Der Prozessoren-Bedarf steigt auch durch eine hohe Netzwerk-Auslastung.