Turbulenzen in der Ada-Gruppe

12.07.2005
Der Übernahmekandidat Ada-Has Gruppe hat Probleme. Gerüchte, wonach die Tochter Ada Das Systemhaus GmbH Entlassungen plane, wurden dementiert.

Neben der schon seit längerem mit Schwierigkeiten kämpfenden Has Program Service GmbH (Has) aus Hamburg soll jetzt auch deren Schwesterunternehmen Ada Das Systemhaus GmbH (Ada), Willich, in wirtschaftliche Turbulenzen geraten sein (siehe Kasten "Die Ada-Has Gruppe"). Die aus der Ada, Has und der Holding Ada-Has IT-Management AG bestehende Dreiergruppe steht insgesamt zum Verkauf.

In einer Information, die der computerwoche zugespielt worden war, ist von großen finanziellen Problemen und einer geplanten Restrukturierung bei Ada die Rede.

Von Entlassungen will man zumindest bei Ada aber nichts wissen. Sowohl der Betriebsrat als auch der Vorstand des Unternehmens dementierten, dass es in der Folge des schlechten Geschäftsjahres (Ende: 30. Juni 2005) zu Kündigungen kommen werde.

Nach den vorliegenden Informationen soll die zu den fünf größten Systemhäusern Deutschlands zählende Firma das Geschäftsjahr 2005 (Ende: 30. Juni 2005) mit roten Zahlen im siebenstelligen Bereich abgeschlossen haben.

Hierzu bestätigte der Vorstandsvorsitzende Joachim Prinz, dass die Geschäftsführung für den 4. Juli 2005 eine turnusmäßige Mitarbeiterversammlung einberufen hatte. Auf dieser habe er die Angestellten informiert, dass Ada im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von etwa 700 000 Euro erlitten hat. "Allerdings", so Prinz weiter, "handelt es sich hierbei um vorläufige Zahlen." In den vergangenen vier Jahren habe Ada hingegen positive Ergebnisse erzielt.

Prinz dementierte vehement, dass es wegen der Verluste zu Entlassungen kommen werde: "Ich habe auf der Veranstaltung mehrfach gesagt, dass es keinen Jobabbau geben wird."

Roland Priebe, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Ada, bestätigte diese Aussage. "Ada hat auch in der Vergangenheit schon immer nur sehr zögerlich Entlassungen vorgenommen." Wenn aus betrieblichen Gründen Kündigungen anstanden, habe man immer versucht, die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter anderweitig - etwa im hauseigenen Call-Center - zu beschäftigen.

Priebe bestätigte allerdings, dass es beim Schwesterunternehmen in Hamburg, der Has Program Service GmbH, ernste Probleme gebe: "Die Has hat uns immer viele Sorgen gemacht." Hier sei das Personal bereits im größeren Umfang reduziert worden. Ein Brancheninsider sagte, dass bei dem Softwareanbieter, der sich auf das Versicherungswesen konzentriert, in der Vergangenheit "einige Softwareprojekte weggebrochen sind".

Auf der Mitarbeiterversammlung wurde den Angestellten laut der vorliegenden Information darüber hinaus mitgeteilt, dass abgesehen von den Problemen bei Ada geplant ist, die gesamte Ada-Has Gruppe - also Ada, Has und die Ada-Has IT-Management AG - zu verkaufen. Es gebe derzeit acht Interessenten. Dabei soll es sich vorwiegend um Investoren handeln.

Ada-Chef Prinz verwies darauf, dass Pläne zum Verkauf der gesamten Gruppe schon länger diskutiert würden. Die größte Gesellschafterin, die Ergo Versicherungsgruppe AG (siehe Kasten "Die Ada-Has Gruppe"), hatte vor Wochen ein Bankhaus in Frankfurt am Main beauftragt, mögliche Käufer zu sondieren, bestätigt Prinz. Es gebe bereits, so der Ada-Vorstandsvorsitzende, "namhafte Kaufinteressenten". Eine Quelle aus dem Umfeld der Bechtle AG sagte, dass das führende deutsche Systemhaus kein Interesse an einem Kauf habe. (jm) u