TU München bildet keine Diplominformatiker mehr aus

04.07.2005
Von in Ingrid
Ab dem kommenden Wintersemester können sich Abiturienten an der TU in München nur noch für einen Bachelor-Abschluss in Informatik immatrikulieren. IT-Unternehmen begrüßen die Entscheidung.

Hier lesen Sie ...

  • was sich die TU München von der neuen Studienstruktur Bachelor und Master verspricht;

  • was sich für Studierende und Unternehmen mit den Abschlüssen verändert;

  • wie Personalverantwortliche auf das neue Studienangebot reagieren.

Während andere Technische Hochschulen noch zaudern und an den bewährten Studienabschlüssen festhalten, wagt die Fakultät für Informatik an der Technischen Universität München (TUM) den Schritt nach vorn und schafft das Diplom in Informatik ab. Abiturienten können sich im kommenden Herbst nur noch für ein sechssemestriges Bachelor-Studium in Informatik einschreiben und darauf aufbauend einen Master-Abschluss erwerben. Spätestens ab dem Jahr 2010 läuft nach dem europäischen Bologna-Beschluss die Übergangsfrist für die deutschen Hochschulen ab; dann soll es nur noch Bachelor- und Master-Abschlüsse geben.

Die TU München berücksichtigte in dem modular aufgebauten Bachelor-Studienplan zahlreiche Forderungen aus der Industrie, beispielsweise kürzere Studienzeiten, stärkeren Praxisbezug, internationale Ausrichtung und Soft Skills. Doch Manfred Broy, Professor für Software und Software-Engineering, betonte auch, dass die Fakultät den Studierenden den Master-Titel als Regelabschluss empfehle; dieser sei mit dem Diplom gleichzusetzen.

Alfred Quenzler, Audi AG: "Es ist ein guter und mutiger Schritt, die neuen Abschlüsse umzustellen."
Alfred Quenzler, Audi AG: "Es ist ein guter und mutiger Schritt, die neuen Abschlüsse umzustellen."

Mit Vertretern aus IT- und Anwenderunternehmen diskutierten die Professoren über die neu eingeführten Studienabschlüsse in Informatik. "Es ist ein guter und mutiger Schritt, die Studiengänge auf die neuen Abschlüsse umzustellen. Das gibt den Studenten und Firmen die notwendige Orientierung", lobte Alfred Quenzler, Leiter Personal-Marketing bei Audi in Ingolstadt. Doch mit den neuen Abschlüssen verwischen sich die Grenzen zwischen IT-Ausbildung, Berufsakademien, Fachhochschulen und Universitäten. "Wir müssen in Zukunft noch genauer hinsehen, welche Inhalte in den Studiengängen vermittelt werden", gab Uwe Dumslaff, im Vorstand des IT-Beratungshauses sd&m, zu bedenken.

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