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TU Berlin setzt auf gebrauchte Rechner

24.09.2004

Die Technische Universität Berlin hat im Rahmen des Projektes "ReUse Computer" ihren ersten gebrauchten Rechner in Betrieb genommen. Auf Basis einer Kooperation mit dem "ReUse Computer Verein", an dem Wissenschaftler aus Berlin und Hamburg beteiligt sind, wollen die Universitätsverantwortlichen in den nächsten drei Jahren mit dem Kauf gebrauchter Hard- und Software rund 600 000 Euro einsparen. Der Preis für einen Second-Hand-PC beträgt etwa 30 bis 50 Prozent der Kosten für die Anschaffung eines vergleichbaren Neugeräts, teilte die Hochschule mit.

Mit dieser Maßnahme setzt die TU Berlin außerdem ihre bereits 1997 beschlossenen Umweltleitlinien weiter um. Für die Herstellung eines PC benötige man die Energie, die dem Spritverbrauch einer Autofahrt von Berlin nach München entspreche, berichtet Frank Becker, Volkswirt an der Berliner Hochschule. Durch das Recycling eines Rechners könnten jedoch nur etwa 13 Prozent dieser Energie wieder genutzt werden, die restlichen 87 Prozent gingen unwiederbringlich verloren. Unter diesem Aspekt sei die Weiterverwendung von Computern der wirtschaftlich und umweltpolitisch sinnvollste Weg. Laut Becker wechseln jedes Jahr zwei Millionen gebrauchte Rechner den Besitzer. Würde jeder Gebrauchtkauf die Anschaffung eines Neurechners um ein Jahr hinauszögern, könnten 470 Gigawattstunden Primärenergie eingespart werden. (ba)