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Trotz Verlust: Real Networks wertet erstes Quartal als Erfolg

30.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Streaming-Media-Anbieter Real Networks verbuchte im ersten Geschäftsquartal 2003 einen Nettoverlust von 2,8 Millionen Dollar oder zwei Cent pro Aktie, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch ein Plus von einer Millionen oder einem Cent je Anteil erwirtschaftet worden war. Der Umsatz sank um ein Prozent von 47,3 Millionen auf 46,9 Millionen Dollar. Dem Unternehmen aus Seattle, Washington, gelang es damit jedoch den Erwartungen der Analysten zu entsprechen. Diese hatten laut Multex-Umfrage im Schnitt mit einem Minus von zwei Cent je Aktie bei 46,7 Millionen Dollar gerechnet. Real selbst hatte im Vorfeld ein Defizit von zwei bis vier Cent pro Wertpapier in Aussicht gestellt, die Hoffnung auf einen leichten sequenziellen Umsatzanstieg wurde jedoch nicht erfüllt.

CEO Rob Glaser wertete den aktuellen Berichtszeitraum dennoch als erfolgreich. Dabei verwies er insbesondere auf die Zahl der Abonnenten für zahlungspflichtige Streaming-Media-Inhalte, die in den ersten drei Monaten 2003 von 900.000 auf eine Million gestiegen seien. Entsprechend legte der Serviceumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 37 Prozent auf 29,2 Millionen Dollar zu, während das Lizenzgeschäft um ein Drittel auf 16,3 Millionen Dollar schrumpfte. Die Werbeeinnahmen sanken im Jahresvergleich von 1,6 Millionen auf 1,4 Millionen Dollar.

Für das laufende zweite Quartal rechnet der Firmenchef mit einem Nettoverlust zwischen einem und drei Cent pro Aktie. Ausgehend von einem weiteren Anstieg der Abonnentenzahlen und Zuwächsen im Systeminfrastrukturgeschäft soll der Umsatz gegenüber dem ersten Quartal leicht wachsen.

Um ihr digitales Angebot zu stärken, hatten die Texaner vor einer Woche die Übernahme des Musikportals Listen.com für rund 36 Millionen Dollar bekannt gegeben (Computerwoche online berichtete). (mb)