Paderborner Computerfirma macht gute Erfahrungen mit Behinderten

Trotz Handicaps erfolgreich

10.10.2003
Der durch einen Unfall behinderte 27-jährige Frank Gellermann hat bei HSM IT-Services, einer Firma für Softwareentwicklung in Paderborn, eine neue berufliche Perspektive gefunden. Gute Leistungen bescheinigen ihm nicht nur die Kollegen und der Chef, sondern auch die Kunden. Dabei hatten die Ärzte ihm vor zehn Jahren kaum Überlebenschancen eingeräumt.

Auf dem Weg zur Schule war Gellermann mit dem Moped verunglückt und hatte sich 27 Knochenbrüche und ein Schädelhirntrauma zugezogen. Die Nachwirkungen spürt er noch heute: "Bei Stress oder Wetterumschwüngen bekomme ich oft Kopfschmerzen, und ich brauche für viele Dinge etwas mehr Zeit und Ruhe als andere."

Wie viele andere Betroffene musste der gebürtige Hövelhofer die Erfahrung machen, dass es gerade in der momentanen Arbeitsmarktsituation wenig Firmen gibt, die bereit sind, Behinderte einzustellen. "Dabei war ich es immer gewohnt anzupacken! Die Zeit, die ich arbeitslos war, hat mir fast die Lebenslust genommen." Der 27-Jährige ließ sich nach seinem Unfall zum staatlich geprüften Informatikassistenten ausbilden, fand aber nach einem Zweijahresvertrag in einer Firma in Bielefeld über ein Jahr lang keine weitere Anstellung.

Letztendlich kam ihm der Zufall zur Hilfe: Eine Mitarbeiterin aus dem Integrationsamt, einer Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, die Behinderte in den Betrieben unterstützt, kannte den Geschäftsführer der HSM-Unternehmensgruppe, Frank Menne. Die Firma, deren Kunden in erster Linie mittelständische und große Unternehmen sind, entwickelt und vertreibt Softwareprodukte auf den Gebieten Sicherheit, Warenwirtschaft sowie Systemoptimierung. Um neuen Aufträgen gerecht zu werden, war der Inhaber gerade auf der Suche nach einem zusätzlichen Mitarbeiter im Bereich Softwareentwicklung/Datenbanken.

Frank Gellermann arbeitet heute beim IT-Dienstleister HSM.
Frank Gellermann arbeitet heute beim IT-Dienstleister HSM.

"Mit den Fähigkeiten, die Herr Gellermann aufweisen konnte, passte er in unsere Firma. Zudem war er hoch motiviert", berichtet der HSM-Chef. Er hatte bereits für das Sekretariat und die Buchhaltung eine schwerbehinderte Mitarbeiterin eingestellt und dabei sehr gute Erfahrungen gemacht.

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