SEPA-Einführung

Trotz Aufschubs keine Entwarnung

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Anzeige  Zwar hat die EU-Kommission die neuen Regelungen für den europäischen Zahlungsverkehr um sechs Monate auf den 1. August 2014 verschoben. Dennoch dürften viele Unternehmen Probleme haben, ihren Zahlungsverkehr bis dahin auf SEPA umzustellen.
Foto: Deutsche Bundesbank

Erst Ende Januar hat die EU-Kommission den neuen Termin für die verbindliche Einführung der SEPA-Regularien (Single Euro Payments Area) bekannt gegeben, wohl nicht zuletzt, weil mehr als die Hälfte der europäischen Unternehmen kurz vor dem ursprünglichen Stichtag am 1. Februar 2014 den Termin nicht einmal kannte - und erst recht nicht hätte einhalten können.

So zeigt eine Umfrage des ERP-Spezialisten Sage von Mitte Januar, dass zu diesem Zeitpunkt lediglich 15 Prozent der Unternehmen in der Lage waren, SEPA-Zahlungen zu bearbeiten. Allerdings gaben 87 Prozent der Befragten an, bis zum Februar die Umstellung zu schaffen und setzten damit offenbar auf eine Lastminute-Anstrengung.

SEPA nicht auf die lange Bank schieben

Zwar glaubte der größte Teil der europäischen Befragten (82 Prozent) zu wissen, wann SEPA eingeführt wird. Jedoch kannten weniger als zwei Drittel (63 Prozent) davon das tatsächliche Datum. Die deutschen Unternehmen zeigten sich etwas besser informiert: 83 Prozent von ihnen glaubten, das Datum zu kennen. Mit der Angabe "Februar" lagen immerhin 66 Prozent richtig. Acht Prozent nahmen an, es sei noch bis März oder April Zeit für die SEPA-Umstellung. Und 20 Prozent gingen davon aus, dass der Zahlungsverkehr erst zum Mai oder Juni umgestellt werden muss. Im Vergleich: Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der polnischen Unternehmen, die angaben, das korrekte Datum zu kennen, wussten es nicht, ebenso mehr als die Hälfte (55 Prozent) der britischen Unternehmen.

Sage-Manager Christophe Letellier warnt: "An der SEPA-Umsetzung muss weiter konzentriert gearbeitet werden."
Sage-Manager Christophe Letellier warnt: "An der SEPA-Umsetzung muss weiter konzentriert gearbeitet werden."
Foto: Sage

Ihnen allen kommt die EU mit der Terminverschiebung entgegen. Dabei sollten die Unternehmen jedoch die Verlängerung der Umstellungsfrist um ein halbes Jahr nicht zum Anlass nehmen, das Thema SEPA weiter auf die lange Bank zu schieben. Zwar sei die SEPA-Initiative der EU, die Vereinfachung des Zahlungsverkehrs zwischen 33 Ländern zu vereinfachen, weiterhin von vielen Unklarheiten gekennzeichnet. "Klar ist aber, dass kein Weg an SEPA vorbeiführt. Für Unternehmen ist es daher wichtig, allerspätestens jetzt die SEPA-Umstellung anzugehen", sagt Christophe Letellier, CEO des Sage Geschäftsbereichs Mittelstand. Er fordert seine Kunden dazu auf, nicht nachlässig mit ihren Vorbereitungen umzugehen, nur weil der Einführungstermin verschoben wurde. "An der SEPA-Umsetzung muss weiter konzentriert gearbeitet werden", warnt der Mittelstandsexperte.

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