IDC: Weltweiter E-Mail-Markt an der Milliardengrenze

Trend zu Client-Server macht E-Mail im LAN noch populaerer

19.01.1996

Die Nachfrage nach LAN-basierten E-Mail-Loesungen resultiert laut IDC aus der anhaltenden Migration von Unternehmen auf Client- Server-Plattformen. Gleiches gilt fuer die immer populaerer werdenden Workgroup-Systeme mit E-Mail-Funktionalitaet. Ruecklaeufig ist hingegen offensichtlich der Bedarf an Midrange- und Mainframe- Plattformen, so dass man IDC zufolge kein Prophet sein muss, um die Ueberlebensfaehigkeit Host-basierter E-Mail-Loesungen auf Dauer in Frage zu stellen. Ausgenommen sind einige Midrange-Plattformen mit einer eher loyalen Anwenderbasis, die unternehmenskritische Applikationen auf "bewaehrten" Systemen laufen lassen will.

Der rasch wachsende Markt fuer LAN-basierte E-Mail-Software brachte den Herstellern IDC zufolge 1994 schon 54 Prozent des Umsatzes und bezog sich auf 55 Prozent aller installierten Mailboxen. Auch der entsprechende Unix-Markt konnte zulegen und verbuchte 19 Prozent des weltweiten Umsatzes sowie 12 Prozent der Mailboxen. Auf das proprietaere Midrange-Segment entfielen ebenfalls 19 Prozent des Umsatzes und nur noch 16 Prozent des Neugeschaefts bei Mailboxen. Weiterer Leidtragender des Trends zu Client-Server-Plattformen war der Mainframe-Sektor, der in Sachen elektronische Post nur noch auf neun Prozent der Software-Umsaetze und 17 Prozent der Mailboxen kam.

Lotus, Digital, Microsoft, IBM und Novell gaben 1994 als fuehrende Anbieter den Ton an. Die genannten Hersteller verdankten, so die Studie, mit Ausnahme von Microsoft ihren Erfolg vorrangig dem guten Geschaeft mit Workgroup- und E-Mail-Software im Doppelpack. Bestes Beispiel hierfuer war Lotus, dessen 32 beziehungsweise 15 Prozent Anteil der Company den ersten Platz sowohl beim Umsatz als auch bei Mailboxen bescherte - ein Ergebnis, das vor allem dem kombinierten Verkauf von Notes und cc:Mail zu verdanken ist.

Der Gesamtmarkt fuer E-Mail-Software duerfte nach Einschaetzung von IDC in den kommenden vier Jahren im Jahresdurchschnitt um 18 Prozent wachsen. Dies entspraeche bis 1999 einem Anstieg des Marktvolumens von 974,5 Millionen Dollar (1994) auf 2,2 Milliarden Dollar.