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Transmetas neuer Chef räumt auf

01.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der ins Trudeln geratene Chipdesigner Transmeta hat mit Arthur Swift einen neuen Präsidenten und Chief Executive Officer (CEO) erhalten. Der ehemalige Vice-President of Marketing löst Matthew Perry ab, über dessen Verbleib nichts bekannt ist. Der neue CEO setzte sofort rund ein Viertel der Belegschaft vor die Türe, denn die Zahlen des im kalifornischen Santa Clara ansässigen Unternehmens sind besorgniserregend: In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 650 Millionen Dollar verbrannt, bei dem Versuch, die Stromsparprozessoren "Crusoe" und "Efficeon" im Massenmarkt zu etablieren. Die Produktion des Crusoe-Chips wurde mittlerweile eingestellt, ebenso die 130-Nanometer-Version des Efficeon. Für die Version der von Fujitsu im 90-Nanometer-Verfahren gefertigten Efficeons will Transmeta laut Swift zwar die offenen Aufträge erfüllen, möglicherweise müssen die Käufer aber mit neuen Bedingungen und erheblich höheren Preisen rechnen.

Die Zukunft der Company sieht der neue Chef im Service- und Consulting-Bereich sowie dem Handel mit Lizenzen. So sollen rund 100 Transmeta-Ingenieure bei Sony die Stromspartechnik "Longrun2" weiterentwickeln und an zukünftige Sony-Produkte anpassen. Einige Entwickler werden zudem am "Cell"-Prozessor arbeiten, den Sony in Kooperation mit IBM und Toshiba entworfen hat und der in künftigen Playstation-3-Spielekonsolen eingesetzt wird. Sony zahlt für diese Dienste angeblich marktübliche Servicegebühren. Zudem will Firmenchef Swift mit Lizenzen Geld in die leeren Transmeta-Kassen spülen. Derzeit sind neben Sony auch Fujitsu und NEC Lizenznehmer der Longrun-2-Technik.

Die Änderung der Marschrichtung leitete Swift-Vorgänger Perry schon im Januar mit der Ankündigung von Entlassungen ein. Die jetzt freigesetzten 67 Mitarbeiter lassen die Transmeta-Truppe auf 208 Angestellte schrumpfen. (kk)