Intel zahlt vorzeitig

Transmeta sucht einen Käufer

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Der kalifornische Chip-Designer Transmeta ist zwar nur noch ein Schatten seiner selbst, sucht aber einen Käufer.

Transmeta war im Jahr 1995 gegründet worden und mit dem Ziel angetreten, extrem stromsparende Prozessoren zu entwickeln. Während der sogenannten Internet-Blase stieg die Aktie des Unternehmens - das zeitweilig auch Brötchengeber des Linux-Erfinders Linus Torvalds war - in luftige Höhen, aus denen sie aber auch schnell wieder herabstürzte, nachdem sich die "Crusoe"-Prozessoren nicht gegen die der Platzhirsche Intel und AMD durchsetzen konnten. Später fokussierte sich Transmeta dann darauf, seine Patente zu lizenzieren.

Im Februar dieses Jahres hatte die in Santa Clara ansässige Firma Piper Jaffray damit beauftragt, alle strategischen Optionen für ihre Zukunft auszuloten. Man sei nun zu dem Schluss gekommen, dass ein Verkauf am besten im Interesse der Aktionäre sei, erklärte Transmeta nun laut "Wall Street Journal".

Kaufinteressenten dürfte eine beschleunigte Lizenzzahlung von Intel entgegenkommen. Der weltgrößte Chiphersteller hatte im vergangenen Jahr eingewilligt, Transmeta wegen Verstoß gegen dessen Patente 250 Millionen Dollar zu zahlen. 150 Millionen davon wurden bereits überwiesen, der Rest sollte im Laufe der nächsten fünf Jahre folgen. Nun sind beide Firmen übereingekommen, dass Intel schon Ende September 91,5 Millionen Dollar zahlt und dafür zusätzliche Nutzungsrechte an Transmeta-Techniken erhält.