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Toshiba prüft Rückzug aus HD-DVD-Geschäft

18.02.2008
Von WIWO WIWO
Im Wettbewerb um die beste Nachfolgetechnik der DVD bereitet Toshiba offenbar den Ausstieg aus der HD-DVD vor. Der japanische Elektronik-Anbieter prüft zurzeit die Einstellung dieses Geschäftsbereichs, wie das Unternehmen heute in Tokio mitteilte.

Eine Entscheidung wird für morgen erwartet, wenn nach Informationen aus Firmenkreisen eine Sitzung des Verwaltungsrats geplant ist. Das von Toshiba, Intel, Microsoft und anderen Firmen Ende 2003 gestartete Projekt der „High-Density“-DVD hat im Januar einen schweren Rückschlag erlitten, als das Filmstudio Warner Bros. seinen Beschluss mitteilte, ab Mai keine HD-DVD-Scheiben mehr zu produzieren. Damit wird HD-DVD nur noch von zwei großen Studios in den USA unterstützt, während fünf im Blu-ray-Lager sind. Diesem Konsortium gehören Sony, Hitachi, Apple, Panasonic, Samsung und andere an.

Am Freitag gab die größte US-Einzelhandelskette Wal-Mart Stores bekannt, dass sie künftig nur noch Blu-ray-DVDs und -Abspielgeräte verkaufen will und die HD-DVD-Angebote nicht in die Regale nimmt. Zur größeren Verbreitung von Blu-ray trug der Absatz der Spielkonsole PlayStation 3 von Sony bei, die Blu-ray-Filme abspielen kann. Von dem Gerät wurden seit der Markteinführung Ende 2006 mehr als zehn Millionen Stück weltweit verkauft. Der Streit über die Nachfolgetechnik der DVD erinnert an die Einführung der Videokassette in den 80er Jahren. Damals siegte im Streit der Formate die VHS-Kassette über die Betamax-Technik von Sony. Beim DVD-Nachfolger verunsicherte der Wettbewerb die Verbraucher, weil sie bei der Anschaffung eines Abspielgeräts das Risiko eingingen, eine Technik zu erwerben, die sich dann möglicherweise nicht durchsetzen kann.

Die neuen optischen Datenträger sind ideal für hochauflösende Filme, die in höchster Schärfe und Brillanz auf den Bildschirm kommen. Außerdem gibt es neue filmische und interaktive Möglichkeiten wie das Bild im Bild. Weitere Verwendungszwecke sind das Speichern von Musik und die Datensicherung. Auf eine Blu-Ray-Disk (BD) mit doppelter Beschichtung (Dual Layer) passen 50 Gigabyte an Daten. Bei der HD-DVD sind es 30 GB. Beide Techniken setzen blaues statt rotes Laserlicht ein und profitieren von dessen kürzerer Wellenlänge. Dadurch können die Daten auf der Scheibe dichter zusammengepackt werden. Die Befürworter der HD-DVD werben mit einem niedrigeren Preis, weil bei der Umstellung der Produktionsbetriebe auf ihre Technik weniger Investitionen erforderlich sind.