IT & Business Excellence

IT-Strategien

Top 5 Cloud-Trends bis 2015

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Cloud-Software muss dem Business Mehrwert durch Innovationen sowie Analysen und Prognosen in Echtzeit bieten. Ebenso wichtig: ein sicherer Cloud-Betrieb und der richtige Mix mit On-Premise-Anwendungen

Cloud Computing liegt im Trend. 37 Prozent der Unternehmen in Deutschland nutzen bereits mindestens eine cloudbasierte Lösung, 29 Prozent planen den Einsatz einer Anwendung aus einer Rechnerwolke. Das ergab eine Umfrage des Bitkom und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter rund 450 IT- und Geschäftsverantwortlichen für den "Cloud-Monitor 2013". Daher werde in den nächsten zwei Jahren bei den IT-Ausgaben der Anteil für Cloud-Anwendungen weiter steigen.

Sven Denecken, Vice President Strategy Cloud Solutions bei SAP
Sven Denecken, Vice President Strategy Cloud Solutions bei SAP
Foto: SAP Deutschland GmbH

"Heute wechseln Markt- und Kundenanforderungen ständig. Firmen müssen diesen Anforderungen zeitnah folgen, indem sie bestehende Abläufe schnell anpassen und neue Prozesse bei Bedarf zügig aufbauen. Möglich ist dies durch den Einsatz flexibler und skalierbarer Cloud-Lösungen", kommentiert Sven Denecken, Vice President Strategy Cloud Solutions bei SAP, die Ergebnisse. Inzwischen richten viele Unternehmen die Implementierung cloudbasierter Geschäftssoftware auch gezielt an ihrer Geschäftsstrategie aus. Laut Denecken spiegelt sich das in den aktuellen Cloud-Trends wider.

Trend 1: Geschäftlichen Mehrwert erzielen

Von einer Cloud-Lösung erwarten Unternehmen mehr Agilität und Flexibilität in den Prozessen und einen konkreten geschäftlichen Nutzen. Wer durch den Cloud-Einsatz zum Beispiel neue Produkte und Services schneller entwickeln und auf den Markt bringen kann, ist dem Wettbewerb möglicherweise den entscheidenden Schritt voraus. Werden dann noch Vertriebsprozesse mithilfe einer Cloud-Software standardisiert und effizient sowie komfortabel auf einer zeitgemäßen Oberfläche bearbeitet - ob am Desktop oder mobil per Smartphone oder Tablet - steigt der Verkaufserfolg.

Trend 2: Datensicherheit gewährleisten

Ein zentraler Aspekt beim Cloud Computing ist die Sicherheit. Gut aufgehoben sind kritische Geschäftsdaten in einer hochverfügbaren Cloud, die in einem modernen, leistungsfähigen Rechenzentrum betrieben wird, das alle gesetzlichen Datenschutzanforderungen erfüllt. Höchste Standards beim Infrastrukturschutz und der Datenverschlüsselung garantieren Zertifizierungen und Qualitätssiegel wie ISO 22301 oder ISAE 3402, was das Risiko auf ein Minimum reduziert. Beim Verlagern von Geschäftsdaten in eine Cloud sind gesetzliche Vorschriften und interne Compliance-Regeln einzuhalten. Ebenso muss die Integration mit den Informationen gewährleistet sein, die On-Premise gespeichert sind.

Trend 3: Cloud als Innovationsplattform nutzen

Moderne Cloud-Technologien ermöglichen den Aufbau einer einheitlichen Plattform für die Entwicklung innovativer mobiler Apps, Social-Media- oder Big-Data-Anwendungen, die sich mit bestehenden Applikationen verknüpfen lassen und diese verbessern und erweitern. Neue Trends wie Enterprise Mobility, Big-Data-Konzepte zur Verarbeitung extrem großer Datenmengen können so frühzeitig aufgegriffen und binnen weniger Monate umgesetzt werden. Das gilt auch für neue Technologien wie "Wearable Computing" oder die Interaktion mit Geschäftssoftware mittels Sprache und Gesten.

Trend 4: Weichen mit Echtzeitanalysen und -prognosen richtig stellen

Durch die Verarbeitung und Auswertung riesiger Mengen strukturierter und unstrukturierter Daten in Echtzeit sowie exakte Prognosen werden zur richtigen Zeit die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt. Mit vorausschauenden Analysen können künftige Markttrends oder Wünsche, Anforderungen und Potenziale von Kunden besser antizipiert werden. Auch Risiken oder Betrugsfälle lassen sich verhindern bevor sie geschehen und finanzielle Verluste vermeiden. Die für diese Szenarien erforderlichen IT-Kapazitäten können über eine skalierbare Cloud-Plattform und die Nutzung von Lösungen als Software-as-a-Service (SaaS) flexibel bereitgestellt werden.

Trend 5: On-Premise und Cloud-Mix muss stimmen

Nicht alle Anwendungen lassen sich in der Cloud betreiben, etwa bestehende On-Premise-Applikationen, die sich bewährt haben und reibungslos laufen. Die freie Wahl des Betriebsmodells ist daher ein wichtiger Faktor.

Es kommt zudem darauf an, den richtigen Mix zwischen On-Premise-Anwendungen und SaaS-Lösungen, die in einer öffentlichen, privaten oder hybriden Cloud-Infrastruktur betrieben werden, zu finden und diese nahtlos miteinander zu integrieren.

Cloud-Einstieg im Tempo des Kunden

"Die Einführung von Cloud-Anwendungen hat dabei immer in der Geschwindigkeit des Kunden stattzufinden, nicht in der des Softwareherstellers", verdeutlicht Denecken. Davor müssen die Business-Ziele für den Cloud-Einsatz in enger Abstimmung mit dem Kunden festgelegt und die Geschäftsprozesse ermittelt werden, in denen dieser einen geschäftlichen Mehrwert bringt und Wettbewerbsvorteile verspricht. Dazu zählen zum Beispiel die Personalverwaltung, das Finanzmanagement, das Beziehungsmanagement mit Kunden und Lieferanten oder hochspezialisierte industrietypische Abläufe.

In diesen Bereichen lässt sich mit cloudbasierter Software von SAP eine bestehende SAP- aber auch Nicht-SAP-Landschaft im On-Premise-Betrieb sinnvoll ergänzen: zum Beispiel im Personalwesen mit cloudbasierten HR-Lösungen des SAP-Unternehmens SuccessFactors oder Cloud-Branchenlösungen wie "Chemical-Company-in-a-Box" für die Chemieindustrie, "SAP Financial Services Network" für Finanzdienstleister und "SAP Circular Authority for Insurance" für Versicherer.

Schnelle Cloud-Migration mit Best Practices

In manchen Fällen erweist sich die Implementierung eines ERP-Komplettpaketes auf Cloud-Basis als die passende Option, etwa bei Firmen, die international agieren und Niederlassungen in ihre zentrale SAP-ERP-Anwendung integrieren wollen, sowie für Joint Ventures. Geeignet sind hierfür SAP Business ByDesign und SAP Business One OnDemand, die in einer SAP-Cloud powered by SAP HANA betrieben werden.

Unternehmen, die den einfachen, schnellen und kostengünstigen Einstieg in die Cloud suchen oder für die die rasche Einführung einer Geschäftssoftware überlebenswichtig ist, gibt es SAP Rapid Deployment Solutions (RDS). Mit diesen schlüsselfertigen Schnellstartlösungen, die als Best Practices Anleitungen, Materialien und Tools sowie Verfahren zur Risikominimierung beinhalten, lässt sich eine Cloud-Migration oder -Implementierung binnen weniger Wochen durchführen.

Bei alledem ist darauf zu achten, dass bei der technischen Umsetzung der Cloud-Strategie die Integrität von Daten und Prozessen gewährleistet ist. Das erfordert eine investitionssichere, moderne und einheitliche Infrastruktur in Form eines Platform as a Service (PaaS) wie sie über die SAP HANA Enterprise Cloud bereitgestellt wird.