Ranking der größten IT-Dienstleister

Top 25 Systemhäuser in Deutschland 2016

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, Security und E-Commerce. Außerdem ist er im Event-Geschäft tätig.
Bereits seit 1999 ermittelt ChannelPartner das Ranking der größten Systemhäuser in Deutschland.

In den vergangenen zwei Dekaden gab es fast jedes Jahr größere Umwälzungen in der Systemhausbranche. Nicht immer waren es Pleiten von Riesen wie M+S oder TDMi, aber Fusionen und Akquisitionen blieben auch 2015 nicht aus. Das zeugt einerseits von großer Dynamik der Systemhaus-Branche, andererseits aber auch von einer gewissen "Unreife" des im Industrie-Vergleich nach wie vor noch sehr jungen Marktes.

Und diese "Unreife" sollte im positiven Sinne verstanden werden: Denn dem IT-Markt stehen noch weitaus größere Veränderungen bevor, als alle bisher erlebten. Umso erfreulicher ist dann die Tatsache aufzufassen, dass die Big-Player aus der Systemhaus-Branche in den letzten zehn Jahren weitgehend die gleichen blieben. Offensichtlich konnten sie trotz ihrer Größen sich den rasch verändernden Marktgegebenheiten stets rechtzeitig anpassen. Eine Leistung, die es an dieser Stelle zu würdigen gilt.

So ist zum Beispiel Bechtle von Beginn an in unserer Rangliste der größten deutschen Systemhäuser enthalten; ebenso Cancom, ein weiteres Urgestein in der Systemhaus-Branche. Mit Abstrichen gilt das auch für Computacenter, deren Vorgängerin in Deutschland seit 1984 als Compunet agierte, bevor sie 1996 an General Electric verkauft und 2002 von der britischen Computacenter-Gruppe akquiriert wurde.

Sonderrolle von T-Systems

Bisher haben wir bei ChannelPartner T-Systems stets aus dem Systemhaus-Ranking herausgehalten- zu sehr unterschied sich das Geschäftsmodell der Telekomtochter vom Business der "klassischen" Systemhäuser, wie Bechtle, Cancom und Computacenter.

Doch 2016 geben wir diese Sonderrolle für T-Systems zum ersten Mal auf: Immerhin steht die Telekom-Tochter im direkten Wettbewerb mit den oben erwähnten Systemhäusern, man wetteifert mit ähnlichen Services um die gleichen Kunden aus dem Mittelstand und der Konzernriege. Die Themen Cloud Computing und Managed Services sind nun auch bei den klassischen Systemhäusern angekommen und werden von ihnen praktisch umgesetzt.

Mit dieser Entscheidung avanciert T-Systems automatisch zu Deutschlands größtem Systemhaus, gefolgt von Bechtle. Damit halten die Schwaben zwar die Führungsposition an die Telekom-Tochter abgegeben, aber das muss ja nicht von Dauer sein. Der Gesamtumsatz von Bechtle betrug im Vorjahr 2,8313 Milliarden Euro, während T-Systems 2015 international 8,5920 Milliarden Euro erlöst hatte, Tendenz leicht fallend. Nun hat Bechtle-CEO Dr. Thomas Olemotz angekündigt, bis 2020 die Fünf-Milliarden-Euro-Umsatz-Marke zu übertreffen. An diesem Ziel hält der Vorstandsvorsitzende weiter fest. Der Vorsprung von T-Systems vor Bechtle dürfte sich daher in den kommenden Jahren verringern.

Immerhin investiert Bechtle derzeit stark in die eigene Cloud-Infrastruktur, im August 2016 hat das Systemhaus den größten Teil der eigenen IT-Systeme vom Unternehmenssitz in Neckarsulm in den Raum Frankfurt verlagert, um den direkten Zugang zum deutschen Internetknoten DE-CIX zu erhalten und seinen Kunden ein leistungsfähigeres und breiter gefächertes Cloud-Service-Portfolio anzubieten. 2016 dürfte Bechtle die Zwei-Milliarden-Euro-Umsatz-Marke deutlich übertreffen.

Den dritten Rang teilen sich Computacenter und Atos. Letztere ist übrigens zum ersten Mal im ChannelPartner-Ranking - auf eigenen Wunsch - vertreten. Immerhin hat sich Atos bereits mehrere Jahre hintereinander an der Kundenzufriedenheitsumfrage der COMPUTERWOCHE beteiligt und wurde dabei von den Anwenderunternehmen ausreichend oft bewertet, um in das Ranking "Beste Systemhäuer in Deutschland" aufgenommen zu werden.