Patente

TomTom verklagt im Gegenzug Microsoft

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Der niederländische Navi-Spezialist TomTom hat mit einer Gegenklage auf die juristische Attacke von Microsoft reagiert.

TomTom wirft in seiner früher in dieser Woche eingereichten Klageschrift Microsoft vor, es verletze mit seiner US-Software "Streets and Trips" (eine PC-Kartensoftware, die teilweis in Kombination mit einem GPS-Empfänger verkauft wird) vier TomTom-Patente. Die Niederländer fordern verdreifachten Schadenersatz, weil Microsoft von den Rechten gewusst und diese bewusst verletzt habe. Microsoft erklärte, es prüfe die Widerklage und strebe wie gehabt seit mehr als einem Jahr eine Lizenzierungs-Lösung an.

Ein Notebook mit Microsofts 'Streets and Trips' und GPS-Empfänger
Ein Notebook mit Microsofts 'Streets and Trips' und GPS-Empfänger

Microsoft hatte TomTom Ende Februar vor den Kadi gezerrt und wirft dem Navi-Hersteller die Verletzung von insgesamt acht Patenten vor, von denen einige Technik beschreibt, die den von TomTom eingesetzten Linux-Kernel betrifft.

Linux-Advokaten befürchteten angesichts dessen, Microsoft gehe hier in Wahrheit gegen das quelloffene Betriebssystem vor. Der Redmonder Konzern hatte in der Vergangenheit bereits verkündet, er besitze Patente auf viele Technologien, die in Linux eingesetzt werden. Microsoft betont unterdessen, bei seiner Klage gehe es nicht primär um Open Source per se, sondern um TomToms spezifische Implementierung des Linux-Kernel.

TomTom hat seine Klage beim U.S. District Court für den Eastern District of Virginia eingereicht; die von Microsoft ist beim Bezirksgericht für den Western District of Washington anhängig.