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Tiscali: Softwarepanne bremst Umsatzwachstum

29.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund von Pannen bei der Einführung einer neuen Billing-Software verbuchte der italienische Internet-Service-Provider (ISP) Tiscali im zweiten Quartal einen überraschenden Umsatzrückgang gegenüber dem vorangegangenen ersten Quartal. Das Unternehmen erklärte, die um 15 Prozent auf 172,5 Millionen Euro gefallenen Einnahmen seien zum Teil auf Probleme bei der Installation eines neuen Abrechnungssystems zurückzuführen. Die Migration hätte unerwartete Serviceausfälle zur Folge gehabt, gleichzeitig mussten Dubletten in den deutschen und französischen Kundenkarteien wieder aussortiert werden. Letztendlich stellte Tiscali einen unerwartet hohen Rückgang der Kundenzahl fest, nannte jedoch keine Zahlen. Daneben litten die Einnahmen laut Tiscali unter rückläufigen Erlösen im Portalgeschäft und dem schwachen Wachstum im Dial-up-Bereich. Dank der zahlreicher

Übernahmen in der jüngeren Vergangenheit konnten die Italiener den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum jedoch um 16 Prozent steigern.

Im ersten Halbjahr verzeichnete der sardische Internet-Service-Dienstleister sogar einen Zuwachs der Einnahmen um 42 Prozent von 258,7 Millionen auf 367,7 Millionen Euro gegenüber der Vorjahresperiode. Während der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 118,9 Millionen auf 8,6 Millionen Euro sank, verbuchte Tiscali beim EBIT-Defizit einen Anstieg von zwei Prozent auf minus 353 Millionen Euro. Den Netto-Fehlbetrag reduzierte das Unternehmen von 412,3 Millionen auf 403,8 Euro. Tiscali ist zuversichtlich, für das Gesamtjahr ein positives EBITDA-Ergebnis zu erreichen und Einnahmen in Höhe von 800 Millionen Euro zu erwirtschaften. (mb)