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Tiscali leidet unter Wertberichtigungen

06.08.2004

Der italienische Internet-Anbieter Tiscali konnte Umsatz und operativen Gewinn (Ebitda) im zweiten Quartal 2004 zwar gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern, weitete jedoch seinen Vorsteuerverlust (Ebt) aus. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend mitteilte, kletterte der um Abschreibungen bereinigte Betriebsgewinn im Jahresvergleich von 17,1 Millionen auf 24,3 Millionen Euro. Vor Steuern verbuchte Tiscali jedoch einen Fehlbetrag von 65,4 Millionen Euro, verglichen mit einem Ebt-Minus von 56,3 Millionen Euro im zweiten Quartal 2003. Das Unternehmen hatte im Berichtszeitraum Wertberichtigungen in Höhe von 64,1 Millionen Euro vorgenommen.

Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf 272,6 Millionen Euro.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, gelang es, den Barmittelverbrauch gegenüber dem vorangegangenen ersten Quartal auf 28,9 Millionen Euro zu halbieren. Die Betriebskosten seien gleichzeitig um sieben Prozent auf 96,5 Millionen Euro gesunken, das entspricht 35 Prozent der Einnahmen. Auch im Neukundengeschäft meldete Tiscali weitere Fortschritte: Unternehmensangaben zufolge wurde die Zahl der ADSL-Kunden gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,44 Millionen mehr als verdreifacht, bis Jahresende will der Provider die Anzahl auf 1,7 Millionen Breitbandnutzer steigern. Insgesamt zählte Tiscali Ende Juni 7,9 Millionen Kunden.

Presseberichten zufolge hatte das Unternehmen die Bekanntgabe seiner Quartalszahlen vorverlegt, nachdem der Aktienkurs am gestrigen Donnerstag deutlich eingebrochen war. Grund waren Marktgerüchte, Tiscali könne eine Anleihe nicht bedienen und müsse daher neues Kapital aufnehmen. Wie die Italiener in ihrer Mitteilung bestätigten, wollen sie weitere Vermögenswerte in Höhe von 250 Millionen Euro verkaufen, um eine im Juli 2005 fällige Unternehmensanleihe zurückzuzahlen. (mb)