Tipps zum smarten Backup in der Cloud

21.11.2012
Hybride Cloud-Backups gelten als preiswerte Lösung zur Sicherung geschäftskritischer Daten. Doch wer einige Grundregeln missachtet, zahlt schnell drauf.

Die meisten Unternehmen verfügen über genügend WAN-Bandbreite, um kleinere, inkrementelle Backups in die Cloud zu sichern. Aber die Bandbreitenkosten für die letzte Meile für sehr große Datensätze - beispielsweise erste vollständige Backups -, und die monatlichen Kosten können schnell Tausende Euro betragen. Managed-Service-Provider (MSP) und andere IT-Serviceunternehmen, die hybride Cloud-Backup-Dienste anbieten, mussten erkennen, dass diese Kosten oft eine kaum überwindliche Hürde für die schnelle Adaption von hybriden Cloud-Backup-Lösungen bedeuten.

Seed and Feed

Ein einfacher und zuverlässiger Weg, das Problem zu umschiffen, ist das Implementieren eines "Seed and Feed" für das hybride Cloud-Backup. Mit "Seeding and Feeding" ist jedwede Kombination von physischen Medien und Internet-Übertragung für die Verlagerung von Backup-Datensätzen in Cloud-Speicher gemeint. Beim rudimentären Cloud-Seeding wird das erste vollständige Backup lokal auf einem physischen Medium erstellt, während man die folgenden inkrementellen Backups über das WAN zum Cloud-Speicher überträgt.

Auch wenn es auf den ersten Blick kurios erscheint, sein Cloud-Backup physisch durch das Land zu schicken, so sprechen die Vorteile für sich. Value Added Reseller (VAR) und Service-Provider sehen in dieser Methode einen exzellenten Ersatz für prohibitive teure WAN-Bandbreitenanforderungen. Sie versorgen ihre Kunden für das erste (und nach Bedarf auch für ein späteres) Backup mit einem physischen Medium. Nach der Befüllung über Nacht wird dieses in das Dienstleister-Rechenzentrum gebracht.

Datenversand per Expressdienst

Per USB angeschlossene Platten oder Disk-Arrays im redundanten RAID-Verbund gestatten es, große Datenmengen zuverlässig in einer kompakten Form zu transportieren. Ein Plattenverbund mit 10 TB Kapazität, per Übernacht-Express versendet, ist vergleichbar mit einer WAN-Verbindung, die eine Bandbreite von 1 Gbit/s hat. Nur der Datenträger ist nach Bedarf verfügbar, ohne große Vorabinvestitionen und ohne die Notwendigkeit hoher monatlicher Gebühren.

Damit diese Art des "smarten" Cloud-Backups gelingt, sollten Unternehmen die folgenden Regeln beachten:

1. Nicht mit dem Anfang starten

Noch bevor das erste vollständige Backup im Zielrechenzentrum beim ReplikationsServer angekommen ist, sollten inkrementelle Backups über die WAN-Verbindung gesendet werden. Dadurch vermeidet man eine inhärente Verwundbarkeit, die entsteht, wenn man bei inkrementellen Backups darauf wartet, dass das vollständige Backup in der Cloud ankommt.

2. Volle Flexibilität

Neben dem Transport des ersten vollständigen Backups können physische Medien auch für das "Feeding" nach Bedarf eingesetzt werden: Jeder Backup-Datensatz, der zu groß für eine schnelle und bequeme Replikation über das WAN ist, kann auf physischem Wege gesendet werden. Datentransporte via Internet oder physisches Medium können in jeder Kombination und Reihenfolge vorgenommen werden.

3. Nach vorne und hinten schauen

Analog zum Backup ist der physische Transport von Daten hilfreich für die Wiederherstellung einzelner oder mehrerer Backup-Sätze aus der Cloud beim Unternehmen. Das gilt besonders bei der Wiederherstellung eines vollständigen LAN.

4. Gut gewählt ist halb gewonnen

Nicht alle Backups müssen in die Cloud repliziert werden. Administratoren sollten die Flexibilität bekommen, die für sie passende Methode je nach Kosten und Bedarf an Cloud-Bandbreite und Cloud-Speicherkapazität zu wählen.

5. Deduplizierung

Deduplizierung (mehrfach identisch vorhandene Daten nur einmal gesichert) spart bares Geld durch die Verkleinerung des Datenvolumens und der erforderlichen Netzbandbreite. Auch das Backup-Zeitfenster wird kleiner. Das Bewegen von deduplizierten Backups beschleunigt auch das Recovery, vor allem, wenn mehrere Rechner schnell wiederhergestellt werden sollen. (hi)

Backup-Strategien für die Cloud: Jeder Backup-Ansatz hat seine Vor- und Nachteile. In der Praxis ist oft eine Kombination verschiedener Verfahren aus Cloud- und klassischer Sicherung zu empfehlen. Quelle: Arkeia Software
Backup-Strategien für die Cloud: Jeder Backup-Ansatz hat seine Vor- und Nachteile. In der Praxis ist oft eine Kombination verschiedener Verfahren aus Cloud- und klassischer Sicherung zu empfehlen. Quelle: Arkeia Software