Auf eigene Wünsche hören

Tipps für Manager bei Jobverlust

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Kündigung oder Firmenschließung können auch die besten CIOs treffen. Eine Personalexpertin verrät, wie man die schwierige Situation meistert.
Personalexpertin Madeleine Braunwarth empfiehlt, nach einem Jobverlust Ruhe zu bewahren.
Personalexpertin Madeleine Braunwarth empfiehlt, nach einem Jobverlust Ruhe zu bewahren.
Foto: Privat

Ein Jobverlust kann einen aus der Bahn werfen. Besonders dann, wenn er unvorhergesehen oder gegen den eigenen Willen passiert. Wir haben die Personalberaterin Madeleine Braunwarth von der Schickler Personalberatung um Tipps gebeten, wie Manager diese Herausforderung meistern können.

1. Keine Panik: Das sagt sich leicht, doch man sollte wirklich versuchen, nicht zu emotional auf den Jobverlust zu reagieren. "Auch wenn man nicht selbst kündigt, sondern gehen muss, sollte man nicht panisch werden. Besser überlegt man sich in Ruhe, was man als Nächstes machen möchte", rät Braunwarth.'

2. Die Richtigen ansprechen: Die Jobsuche ist ein guter Moment, um eine Richtungsbestimmung vorzunehmen: "Sobald man vom Jobverlust weiß, sollte man sich überlegen, in welche Richtung es gehen soll. Nicht nur in Bezug auf die Tätigkeit, sondern zum Beispiel auch auf den Standort. Steht die Entscheidung, schaut man, wie man dort hinkommt", so Braunwarth. Möchte man wieder in einem ähnlichen Job arbeiten, sei das Netzwerk oft besonders hilfreich. Bei einem Richtungswechsel könnten zum Beispiel Outplacement- und Personalberater unterstützen. Hier sollte man darauf achten, dass die eigenen Unterlagen nur dann weitergegeben werden, wenn man zugestimmt hat. Doch Braunwarth rät zum richtigen Maß: "Die Ansprache des eigenen Netzwerkes und der Berater sollte man immer mit Augenmaß verfolgen und sich nicht anbieten wie Sauerbier."

3. Unterlagen aktualisieren: Einen Jobverlust zu unterschlagen ist der falsche Weg. Hat man eine Tätigkeit im Mai 2013 beendet, sollte dieses Enddatum auch genau so in der tabellarischen Auflistung im Lebenslauf enthalten sein. "Die Daten im Lebenslauf sollten korrekt sein. Gerade bei einer Umfirmierung oder Schließung könnte man im Lebenslauf oder im Anschreiben eine kleine Notiz ergänzen, die dies erklärt", empfiehlt Braunwarth. Doch ausführlicher würde sie in den Unterlagen nicht auf die Gründe eingehen, dafür eignet sich ein Gespräch besser.

4. Soziale Netzwerke aktuell halten: Was für die Daten im Lebenslauf gilt, betrifft ebenso Xing oder die Arbeitgeberangabe auf Facebook. Deshalb sollte man auch dort die eigenen Profilseiten aktuell halten. "Hier würde ich immer darauf achten, die Veränderung nicht als Verlust sondern als Neuorientierung darzustellen", so der Rat von Madeleine Braunwarth.

5. Vorsicht bei E-Mails: Dem eigenen Netzwerk würde die Personalberaterin die Neuigkeit des Jobverlusts nicht per Mail mitteilen. Unter anderem auch deshalb, weil diese Mail dann vielleicht an Dritte weitergeleitet wird. "Besser ist es, den wichtigen Kontakten am Telefon oder persönlich von den Neuigkeiten zu berichten. Alle anderen erfahren es zum Beispiel über Xing", so Braunwarth.

6. Fachkarriere schadet nicht: Den nächsten Karriereschritt nach einem Jobverlust sollte man nicht an den Erwartungen der anderen oder Karriereempfehlungen ausrichten. Im Mittelpunkt sollten die eigenen Wünsche stehen, auch wenn man sich damit gegen erneute Führungsverantwortung und für eine Fachlaufbahn entscheidet. "Ich würde es nicht als Rückschritt bezeichnen, für den neuen Job die Führungsverantwortung abzugeben. Eine Fachkarriere kann durchaus anspruchsvoller sein als eine Position mit Führungsverantwortung. Wichtig ist, was man selbst möchte", sagt Braunwarth.

7. Neue Wege: Selbstständigkeit, Beratungstätigkeiten oder Interimsverträge würden der Karriere nicht schaden. Im Gegenteil. "Das Engagement verdeutlicht, dass jemand Initiative zeigt und nicht stagniert. Außerdem knüpft man neue Kontakte und erweitert so sein Netzwerk. Manager aus einer Linienfunktion begegnen so ganz neuen Herausforderungen und können sich weiterentwickeln", so Braunwarth. Sie habe bereits Kandidaten erlebt, die dann entschieden haben, dass sie gar nicht mehr in die Festanstellung möchten.

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