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Tibco arbeitet an Kristallkugel für Unternehmen

24.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der auf Integrationssoftware spezialisierte Anbieter Tibco Software hat eine Reihe von Produktverbesserungen, Partnerschaften und eine technologische Blaupause in Richtung einer neuen Ära der Integration angekündigt - des "Predictive Enterprise" (vorausschauenden Unternehmens) nämlich. Viele der Produkte werden allerdings erst im Laufe des kommenden Jahres erscheinen - de facto präsentiert wurde gestern nichts weiter als ein White Paper.

Dem allerdings will Tibco bereits in absehbarer Zeit Taten folgen lassen. Im vierten Quartal 2003 beispielsweise soll die "Enterprise Messaging Platform" erscheinen und bisherige Insellösungen des Herstellers verknüpfen und für komplexe Topologien und unterschiedliche Client-Interfaces wie J2EE, .Net und Web-Services öffnen. Gleichfalls im vierten Quartal erscheint die fünfte Auflage der Geschäftsprozess-Modeling-Software "Businessworks" zusammen mit einem korrespondierenden Workflow-Tool und dem Visualisierungswerkzeug "Businessfactor 4.2".

Diese verbesserten Werkzeuge sollen nach dem Willen von Tibco die nötige Grundlage bilden, damit Unternehmen die Bedürfnisse ihres Geschäfts "vorhersehen" können, sprich Informationen zu sammeln, zu integrieren und Anwendungen oder Personen in Echtzeit zu präsentieren. Anbieter wie SAP oder Oracle behaupten Gleiches bereits seit einiger Zeit - allerdings nur innerhalb ihrer geschlossenen Welten. Tibco verspricht die gleichen Ergebnisse nun auch für heterogene Anwendungsumgebungen.

Tibco präsentierte ferner seine neue "Enterprise Reference Architecture". Dahinter verbirgt sich laut "Computerwire" ein "Framework für die beschleunigte Einführung und Nutzung von Standards für einfachere, kosteneffektivere Integration von Software, Systemen und Netzen". Klingt, als stiege hier ein weiterer Player in den Utility-Computing-Ring. Bei der weiteren Ausarbeitung des Frameworks will Tibco mit Partnern wie HP und Intel kooperieren.

Eher in Richtung Zukunftsmusik gingen weitere Ankündigungen, die aber bereits einiges über die strategische Ausrichtung des Anbieters verraten. Für 2004 beispielsweise versprach Tibco einen "Enterprise Event Manager", der Probleme und Chancen eines Business schneller identifizieren soll, flankiert von einer Reihe von Management-Tools unter der Dachmarke "EMI" (Enterprise Management Insight). EMI soll sich laut Tibco auch mit traditionellen Systems-Management-Frameworks integrieren lassen. Den Anfang macht eine Version für HPs OpenView, die im ersten Quartal erscheinen soll. (tc)