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TI will mit neuen Cores DSP-Geschichte schreiben

22.02.2000
C64x und C55x

MONTREUX (COMPUTERWOCHE) - Rund 17 Jahre nach der Vorstellung seines ersten DSPs (Digitalen Signalprozessors) im Jahr 1983 will Texas Instruments mit zwei neuen Chipdesigns in neue technische Dimensionen vorstoßen. Gleich zwei spektakuläre Neuheiten präsentiert der texanische Halbleiterkonzern unter dem Motto "Do Something Phenomenal": Die neuen DSP-Cores "C64x" und "C55x". Ersterer zielt auf Highend-Anwendungen im Bereich (Breitband-)Kommunikation. Gegenüber dem Vorgänger "C62x" reklamiert der Hersteller eine bis zu zehnmal höhere Leistung. Das Design ist für Taktraten bis zu 1,1 Gigahertz ausgelegt und soll Rechenleistungen von 9000 MIPS ermöglichen. Auf ganz andere Anwendungen zielt der C55, der vor allem preisgünstige Endgeräte mit niedrigerem Stromverbrauch ermöglichen soll. Gegenüber seinem Vorgänger ("C53x", steckt laut TI in sieben von zehn Handys weltweit) bietet der neue Prozessorkern fünfmal mehr Rechenleistung - bis zu 800

MIPS, und das bei nur einem Sechstel des Stromverbrauchs (0,05 Milliwatt pro MIPS).

Erste Geräte auf Basis des C55x-Cores sollen bereits in diesem Frühjahr angekündigt werden. Beim C64x, der anfänglich mit 600 bis 800 Megahertz takten wird, dürften die entsprechenden Ankündigungen mindestens bis zum Sommer auf sich warten lassen. Generell verstreicht zwischen der Ankündigung neuer DSP-Designs und der Marktreife darauf basierender Endprodukte eine längere Zeitspanne (zirka 18 Monate), weil die entsprechenden Anwendungen erst programmiert werden müssen. Beide neuen DSPs sind softwareseitig abwärtskompatibel zu ihren jeweiligen Vorgängern, so dass Kunden ihre Software theoretisch nicht umzustricken brauchen. Wer allerdings die technischen Neuerungen ausschöpfen und somit in den vollen Genuss der Mehrleistung gelangen will, kommt um entsprechende Anpassungen nicht herum. Details finden Interessierte unter http://www.ti.com/newdspcores.