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TI schreibt rote Zahlen

29.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Unternehmen Texas Instruments (TI) hat im vierten Geschäftsquartal 2001 einen Nettoverlust von 116 Millionen Dollar oder sieben Cent je Aktie ausgewiesen. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum betrug das Ergebnis noch plus 665 Millionen Dollar oder 37 Cent pro Anteilschein. Die Einnahmen des Halbleiterherstellers gingen um 41 Prozent auf 1,79 Milliarden Dollar zurück. Finanzchef Bill Aylesworth glaubt jedoch, dass die Talsohle in der Chipbranche erreicht ist. Im vierten Quartal seien die Halbleitereinnahmen zum ersten Mal seit einem Jahr wieder leicht gestiegen. Der Gesamtumsatz war im Vergleich zum dritten Geschäftsquartal lediglich um drei Prozent gesunken. Ursprünglich hatte TI einen Rückgang von zehn Prozent erwartet.

Ohne einen außergewöhnlichen Gewinn von neun Millionen Dollar für den Verkauf zweier Fabriken sowie Restrukturierungsaufwendungen von 18 Millionen Dollar verbuchte TI im abgelaufenen Berichtszeitraum einen Verlust von sechs Cent je Aktie. Analysten hatten nach einer Umfrage von First Call/Thomson Financial im Durchschnitt ein operatives Defizit von neun Cent pro Anteilschein prognostiziert.

Diese Nachrichten überzeugten offenbar auch die Anleger: Das TI-Papier, das im regulären Handel am gestrigen Montag um 3,5 Prozent auf 28,40 Dollar gestiegen war, legte nachbörslich noch einmal um 4,9 auf 29,80 Dollar zu.

Für das gesamte Geschäftsjahr meldete TI einen Nettoverlust von 201 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Aktie. Ein Jahr zuvor hatte das texanische Unternehmen noch einen Profit von 3,09 Milliarden Dollar oder 1,78 Dollar pro Anteilschein gemeldet. Die Einnahmen sanken im Jahresvergleich von 11,9 auf 8,2 Milliarden Dollar.

Für das erste Geschäftsquartal 2002 erwartet TI ein fast ausgeglichenes Ergebnis sowie Einnahmen auf dem Niveau des abgelaufenen Dreimonatszeitraums. Zudem wird das Unternehmen seine Ausgaben im Jahr 2002 auf 800 Millionen Dollar reduzieren. Im vergangenen Jahr betrug TIs Investitionsbudget 1,8 Milliarden Dollar. Die Texaner, die im vergangenen Jahr rund 7000 ihrer 42.000 Mitarbeiter entließen, planen nach eigenen Angaben keine weiteren gravierenden Personalmaßnahmen. (ka)