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Thyssen-Krupp vergibt Serviceaufträge an HP

22.11.2005
Hewlett-Packard (HP) hat drei Projektaufträge von Thyssen-Krupp im Gesamtwert von 100 Millionen Euro gewonnen. Das HP-Management wertet den Zuschlag als Bestätigung der Triaton-Übernahme.

Die Aufträge umfassen den Aufbau und Betrieb eines weltweiten Weitverkehrsnetzes, die Konsolidierung und Verwaltung der E-Mail-Installation sowie die Harmonisierung der ERP-Landschaft. Die Vorhaben erstrecken sich über einen Zeitraum von drei bis sechs Jahren. Mitarbeiter wurden nicht übernommen.

Gemeinsam mit dem Servicepartner BT wird HP für Thyssen-Krupp ein Wide Area Network (WAN) aufbauen und betreiben, das sich über 900 Niederlassungen und 22 Länder erstreckt. Die Infrastruktur soll lokale Netze ablösen und weltweit einheitliche Leistungen bieten. Technische Basis der Installation ist das MPLS-Netz (Multi-Protocol Label Switching) von BT.

Außerdem lagert Thyssen-Krupp seinen E-Mail-Betrieb an HP aus. Dem IT-Dienstleister obliegt damit die Aufgabe, die unterschiedlichen E-Mail-Systeme des Konzerns zu vereinheitlichen- und zwar für mindestens 50.000 Anwender. Die neue Plattform besteht aus HP-Servern und -Speichersystemen sowie Microsofts "Exchange 2003".

Last, but not least haben HP und Thyssen-Krupp ein Rahmenabkommen über ein ERP-Projekt vereinbart (Enterprise Ressource Planing). Das Vorhaben umfasst Prozesse im Material-Management, in der Produktion, im Controlling sowie in der Distribution. Der Industriekonzern wird die Applikationen selbst als Shared Service Center betreiben. HP wurde dafür als einer der Dienstleister ausgewählt, die weltweit Services liefern.

Für HP-Chef Hans-Ulrich Holdenried hat sich mit diesem Erfolg die Übernahme von Triaton, der ehemaligen IT-Tochter von Thyssen-Krupp, bewährt. "Eine strategische Überlegung für die Übernahme von Triaton war, einen Zugang zu Thyssen-Krupp zu finden", sagte Holdenried. "Die Entscheidung, Triaton zu kaufen, war gut." HP hatte den konzerngebundenen IT-Dienstleister vor rund 18 Monaten für etwa 340 Millionen Euro übernommen. Kritiker hatten damals die Höhe des Kaufpreises moniert.

Die Integration ist nicht reibungslos verlaufen. Teile des Triaton-Geschäfts wurden verkauft und Mitarbeiter entlassen. Im Mai 2005 kehrte zudem der langjährige Triaton-Chef Peter Chylla dem Unternehmen den Rücken. Holdenried sieht das anders: "Die Umsetzung der letzten 18 Monaten ist sehr positiv zu bewerten. Wir fühlen uns sehr wohl damit." Trotz der gewonnenen Aufträge rückt HP nicht von seinen Entlassungsplänen ab. Bis zum Jahr 2007 muss HP Deutschland im Zuge der weltweiten Sparmaßnahmen 1500 Stellen streichen. (jha)