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Thomson verhandelt mit Silver Lake Partners

03.05.2006
Das französische Medienunternehmen Thomson SA hat gestern bestätigt, dass es mit der US-amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Silver Lake Partners über strategische Optionen verhandelt.

Silver Lake gehören bereits 7,5 Prozent von Thomson, das unter anderem auch die Rechte an dem von Fraunhofer-Forschern entwickelten Musik-Kompressionsverfahren MP3 lizenziert. Thomson, das sein Geschäft mit digitalen Medien ausbauen will, könnte sich unter anderem eine strategische Finanzierung durch die Amerikaner vorstellen. Ob ein Geschäft zustande kommt, ist aber noch ungewiss.

Bereits von einigen Wochen hatten Insider kolportiert, Chairman und CEO (Chief Executive Officer) Franck Dangeard bemühe sich darum, Thomson über ein fremdfinanziertes Übernahmeangebot zu reprivatisieren. Für die Führung dieses möglicherweise bis zu sieben Milliarden Dollar schweren Deals habe er sich Silver Lake gewandt. Daneben wurden einer Meldung des "Wall Street Journal" zufolge auch Blackstone Group, Providence Equity Partners sowie Apax Partners & Co. angesprochen.

Ein konkretes Geschäft ist hier aber offenbar nicht in Sicht - zumindest steht kein entsprechender Vorschlag auf der Tagesordnung zur Hauptversammlung am 12. Mai. Nach französischem Recht müssen 95 Prozent der Aktionäre einem Delisting zustimmen.

Dangeard hatte bereits Anfang März erklärt, er sei für jegliche Übernahmeverhandlungen offen, so lange Thomson seine führende Position bei Video sowie Technik und Diensten für Settop-Boxen behalte. Der CEO hatte das Unternehmen kräftig umorganisiert, margenschwache Bereiche abgestoßen und andere Aktivitäten zugekauft. Thomson bietet unter anderem Lösungen für DVDs, Film-Spezialeffekte, Pay-TV-Decoder und In-house-Broadcasting an. (tc)