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Thiel Logistik rutscht tief in die roten Zahlen

27.08.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Luxemburger Dienstleiter Thiel Logistik verbuchte im zweiten Quartal 2003 hohe Verluste. Obwohl die Einnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 347,5 Millionen auf 441,9 Millionen Euro stiegen, wies das Unternehmen vor Zinsen und Steuern (EBIT) einen Fehlbetrag von 67,1 Millionen Euro aus. Im zweiten Quartal 2002 hatte Thiel noch einen EBIT-Gewinn von 5,7 Millionen Euro erzielt.

Zieht man die Sonderposten für Restrukturierung und außerplanmäßige Abschreibungen jedoch ab, betrug der (EBITDA-)Verlust im aktuellen Berichtszeitraum allerdings lediglich 7,9 Millionen Euro. Insgesamt belief sich das EBITDA-Minus in den ersten sechs Monaten 2003 auf 13,7 Millionen Euro. Einschließlich Sondereffekten von 61,7 Millionen Euro verbuchte Thiel im ersten Halbjahr allerdings einen operativen Verlust von 75,4 Millionen Euro - verglichen mit einem Plus von 23,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich entstand den Luxemburgern nach einem Nettogewinn von 19 Cent pro Aktie nun ein Defizit von 1,21 Euro je Anteil.

Der neue Vorstandschef Klaus Eierhoff will nun den angeschlagenen Konzern mit einer Radikalkur wieder auf Vordermann bringen. Bereits Anfang des Monats kündigte der ehemalige Bertelsmann- und Karstadt-Vorstand in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" an, dass sich das Unternehmen künftig auf die Geschäftsfelder regionale Logistikangebote und branchenspezifische Dienstleistungen beschränken werde. Alle anderen Aktivitäten würden verkauft oder geschlossen. Im Zuge der Maßnahmen will sich Thiel von etwa 500 bis 1000 seiner weltweit rund 11.000 Mitarbeiter trennen. Mit Hilfe der drastischen Verschlankung soll der Logistikdienstleister im nächsten Jahr wieder die operative Gewinnzone erreichen. (Computerwoche online berichtete). (mb)