*umCloud3

The unbelievable Machine: Kleiner Cloud-Provider mit großen Plänen

01.08.2012
Das Internet-Startup The unbelievable Machine aus Berlin trotzt seit nunmehr vier Jahren Platzhirschen wie T-Systems und Amazon.com mit schnell bereitgestellten und sicheren Infrastrukturleistungen aus der Cloud.

"Wir sind kleiner, flexibler und dienstleistungsorientierter als die Großen", sagt Geschäftsführer Ravin Mehta, der sich seine Sporen im Management der Multimedia-Agentur Pixelpark verdient hatte, um sich dann selbständig zu machen. The unbelievable Machine, die sich auch *um nennt, werde vorsichtig aufgebaut, ohne Venture Capital und ohne Ansprüche Dritter. Rund eine Million Euro hatten Mehta und seine Mitgründer 2008 aus der privaten Schatulle eingebracht, eine weitere Million kam von den Banken. Das Ziel: dedizierte Hosting- und Cloud-Services für große Unternehmen bereitstellen und dabei die Anwender in ihren vorhandenen RZ-Strukturen abholen und beraten.

Ravin Mehta ist Geschäftsführer von The unbelievable Machine in Berlin.
Ravin Mehta ist Geschäftsführer von The unbelievable Machine in Berlin.

Die Geschäfte laufen gut. Im vergangenen Jahr wurden 4,5 Millionen Euro eingenommen, in diesem Jahr könnte sich der Umsatz bereits verdoppeln. Unternehmen wie die Deutsche Post, Nokia oder nugg.ad stehen auf der Kundenliste. Der Anbieter will dort zur Stelle sein, wo etablierte Konzerne ihr Internet-Geschäft schnell und in großem Rahmen aufbauen möchten und dabei nicht nur Infrastrukturleistungen zuschalten, sondern auch inhaltlich-technischen Sachverstand in Anspruch nehmen möchten.

Hybride Architekturen

Ihre Cloud-Lösung, genannt "*umCloud3", bezeichnen die Berliner als sichere, hybride Cloud-Lösung, die den Kunden ermögliche, die Betriebsprozesse bestehender Plattformen einzubinden. Vorhandene Server, Firewall- oder Monitoring-Lösungen können integriert werden, außerdem ermöglicht das Unternehmen seinen Kunden dedizierte Server beim Dienstleister zu nutzen.

Der Service sei für Unternehmen und Institutionen konzipiert, die hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit und Skalierbarkeit von Servertechnologien stellten. Über die grafische Web-Oberfläche kann die High-End-Infrastruktur administriert werden, über das Dashboard lassen sich Ressourcen allokieren sowieso Server an- und abstellen. Das Loadbalancing sorgt dafür, dass Lastspitzen intelligent verteilt werden. Außerdem ist laut Hersteller ein Content Delivery Network integriert, womit sich physische Hürden bei der Auslieferung von Bild- oder Videodateien umgehen ließen.

Anders als etwa Amazon.com setzt das Startup nicht auf eine vollständige Automatisierung, sondern auf eine individuelle Kundenbetreuung via Service Desk und Service Level Agreements (SLA). Zertifizierungen durch den TÜV (ISO/IEC 27001:2005) und nach dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS)sollen Kunden ebenso in Sicherheit wiegen wie die Lokalisierung der Server in Deutschland und den Niederlanden.

What you get is what you pay

Die Abrechnung der *umcloud3 erfolgt verbrauchsabhängig und wird zusammen mit den sonstigen Aufwänden (z. B. für dedizierte Komponenten) in Rechnung gestellt. Als Rechenzentrum werden angemietete Kapazitäten der e-shelter GmbH & Co. KG genutzt, die unter anderem Rechenzentren in Frankfurt, Berlin und München betreibt und zur Investa Holding gehört, einem unabhängigen Dienstleister der Immobilienbranche.