Data Warehouse

The Phone House ersetzt Oracle durch Netezza

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Prestigegewinn für den Anbieter von Data Warehouse Appliances Netezza in Deutschland. Das TK-Unternehmen The Phone House trennt sich aufgrund massiver technischer Probleme von Oracle.

Vor allem die langen Abfragezeiten und der Wartungsaufwand sprechen laut The Phone House, Tochtergesellschaft des britischen Mobilfunk-Einzelhändlers The Carphone Warehouse mit Sitz in Münster, gegen eine Fortsetzung seiner Data-Warehouse-Strategie auf Basis des Oracle Enterprise Data Warehouse. Das System war über die Jahre gewachsen und zuletzt kaum noch zu nutzen gewesen. Aufgrund langer Batch-Zyklen konnten Anwender oft nur noch während zwei Stunden des Tages Reports erstellen.

Stundenlange Batch-Prozesse

Von einem Umstieg auf die Data-Warehouse-Appliance "Netezza NPS" verspricht sich nun Klaus Zumdick, verantwortlich bei The Phone House für Business Intelligence (BI), erhebliche Zeitersparnisse beim Laden und Wiederherstellen von Geschäftsdaten auf dem Server. Wir brauchen derzeit Stunden um unsere Indizes in die Oracle-Datenbank zu laden." Mit der nicht index-basierenden Datenbanktechnik von Netezza verkürzt sich nun dieser Vorgang auf wenige Minuten (siehe auch den Beitrag zu Data-Warehouse-Appliances).

The Phone House hatte das auf der Datenbank "Oracle 10g" basierende Warehouse erst 2003 eingeführt. Doch schon bald musste man einsehen, dass trotz aller Tricks und Partitionierungen die Performance immer schlechter wurde. Vor allem bei Tabellengrößen über 500 Gigabyte und beim Index-Rebuilt stieß die Datenbank an ihre Grenzen.

Designprobleme heutiger Datenbanken


Laut Zumdick ist dies kein Oracle-spezifisches Problem, sondern ein grundsätzliches Design-Problem heutiger relationaler Datenbanken: diese sollen sowohl der transaktionalen Datenverarbeitung als auch der Massendatenverarbeitung (wie beim Data Warehousing) gleichsam dienen können. Doch insbesondere bei Letzterem seien Datenbanksysteme mit massiv-paraller Architektur leistungsfähiger und würden linear skalieren. Auch setzen sie nicht mehr den Aufbau von Indizes voraus (siehe auch das Interview "Die Datenverwaltung und Auswahl der richtigen Datenbank geraten zur Wissenschaft").