Software-RAID gegen Hardware-RAID im Benchmark-Vergleich

Test - Storage Pools in Windows 8 vs. Hardware-RAID

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Mit Storage Pools hat Microsoft in Windows 8 und Server 2012 eine neue Storage-Technik eingeführt. Damit lassen sich Speicherkapazitäten variabel konfigurieren und die Datensicherheit erhöhen. Wir haben die Performance der Speicherpool-Optionen mit den Hardware-RAID-Konfigurationen verglichen.

In Servern oder Desktop-Systemen kommen zum Abspeichern von Daten preiswerte SATA-Festplatten zum Einsatz. Darüber hinaus setzen viele Anwender für einen schnellen Datenzugriff auf SSD-Speichertechnologie. Sind zuverlässige Speichersysteme für unternehmenskritische Daten gefragt, gehören SAS-Festplatten zur ersten Wahl.

Doch nicht nur Festplatten und SSDs garantieren eine schnelle Bereitstellung von Informationen, genauso wichtig sind die dazugehörigen Controller. In herkömmlichen Systemen kommen überwiegend die im Chipsatz integrierten Storage-Controller zum Einsatz. Diese sind im Server als RAID-Controller ausgelegt. Auch im Desktop-Umfeld wird diese Technologie immer häufiger eingesetzt.

Fehlt diese Option, übernimmt das Betriebssystem diese Funktionalität und stellt dem Storage-System RAID-Funktionalität in Software zur Verfügung. Mit Windows 8 und Server 2012 löst sich Microsoft von dieser traditionellen Technik und implementiert zusätzlich die Storage-Virtualisierung in Form von Pools und Storage Spaces in das Betriebssystem. Wir haben die neue Technologie in einem Test untersucht und die Performance zwischen den verschiedenen Storage-Spaces-Konfigurationen und dem entsprechenden Hardware-RAID verglichen.

Speicherpools und Speicherplätze

Ein Novum im aktuellen Microsoft Betriebssystem ist das Erstellen von Speicherpools in Verbindung mit dem Verwenden logischer virtueller Laufwerke, der sogenannten Speicherplätze (Storage Spaces). Speicherpools werden aus verschiedenen physikalischen Festplatten gebildet. Dabei ist es unerheblich, an welcher Schnittstelle - SATA, SAS oder USB - das Storage angeschlossen ist. Auch die Kapazität der einzelnen Speichermedien sowie die Speichertechnologie (HDD, Flash) spielen dabei keine Rolle.

Variabler Datenspeicher: Mit den Speicher-Pools kann der Anwender flexibel den internen Storage konfigurieren.
Variabler Datenspeicher: Mit den Speicher-Pools kann der Anwender flexibel den internen Storage konfigurieren.
Foto: Microsoft

Die Pools kann der Nutzer wahlfrei und flexibel aus allen genannten Speichertypen zusammenstellen. Darüber hinaus lassen sich die Pools auch beliebig im Betrieb erweitern beziehungsweise verändern. Die Funktion befindet sich in der Systemsteuerung unter Speicherplätze und ist nahezu intuitiv bedienbar.

Ist ein Pool aus physikalischen Speichern definiert, kommen beim Menüpunkt Speicherplatz erstellen die Storage Spaces ins Spiel. Hierbei werden Laufwerksname und -buchstabe festgelegt. Unter der Option Resilienz muss der Anwender die Art beziehungsweise Ausfallsicherheit (vergleichbar mit RAID) des Speichers definieren. Ist dies geschehen, quittiert man die Eingabe mit dem Button Speicherplatz erstellen. Damit ist die Konfiguration eines Pools inklusive Storage Spaces abgeschlossen. Zur Kontrolle kann man in der Systemsteuerung / Verwaltung / Computerverwaltung/ Datenträgerverwaltung das zur Verfügung stehende Laufwerk überprüfen.