Doppelte Performance für wenig Aufpreis

Test - OCZ RevoDrive PCI-Express SSD

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
OCZ bietet mit dem RevoDrive eine Solid State Disk auf einer PCI-Express-x4-Karte an. Die bootfähige SSD soll die doppelte Performance einer 2,5-Zoll-SATA-SSD bieten. Im Test überzeugt das RevoDrive, vor allem, weil der Aufpreis für die sehr hohen Transferraten gering ist.

Produktdaten: Das RevoDrive von OCZ macht bereits beim ersten Blick mit mehreren Besonderheiten auf sich aufmerksam. So wird die SSD auf einer PCI-Express-x4-Karte realisiert. Durch die "Umgehung" der SATA-II-Schnittstelle hebt OCZ auch deren Bandbreitenbegrenzung von 300 MByte/s (in der Praxis zirka 270 MByte) auf. Dies ist auch notwendig, denn OCZ gibt Transferraten von bis zu 540 MByte/s beim RevoDrive an.

Und damit fällt gleich die zweite Besonderheit der SSD auf: Auf der PCI-Express-Karte sitzen zwei SandForce-1200-Controller, die über einen Silicon Image Sil3124 RAID-Chip angesteuert werden. Standardmäßig arbeiten die beiden SandForce-Controller für eine maximale Performance im schnellen RAID-0-Verfahren. Optional lässt beim Booten über das eigene BIOS des RevoDrives auch für erhöhte Datensicherheit das RAID-1-Verfahren auswählen. Die zur Verfügung stehende Kapazität wird dann natürlich halbiert. Das RevoDrive wird vom System auch als SCSI-Karte gehandhabt. Entsprechend lässt sich vom RevoDrive auch direkt booten. Bei der Installation von Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 auf dem RevoDrive muss nur der entsprechende Treiber eingebunden werden.

Bei den Flash-ICs steuern die SF-1200-Controller 34-nm-MLC-NANDs vom Typ Intel 29F32G08AAMDB an. Insgesamt 32 dieser Chips sind auf der getesteten 120-GByte-Version des RevoDrives (OCZSSDPX-1RVD0120) verbaut.

Die SandForce-Controller verzichten auf einen extra Cache-Baustein und gehen einen anderen Weg, um trotzdem eine sehr hohe Schreibleistung in der Praxis zu erzielen. Mit der Technologie "DuraWrite" fasst der Schreibalgorithmus im Prinzip die zu schreibenden Daten zusammen und komprimiert sie vor dem Schreibvorgang. Laut SandForce soll dies die Anzahl der Schreibvorgänge im Vergleich zu herkömmlichen SSD-Controllern um mehr als die Hälfte reduzieren. Zusätzlich überprüft der Controller die Schreibvorgänge auf Redundanzen und verteilt sie intelligenter auf die einzelnen Flash-Zellen. Die Lebensdauer der einzelnen Flashzellen soll sich dadurch laut SandForce um das Achtfache erhöhen. Die MTBF des RevoDrive hat OCZ mit 2.000.000 Stunden spezifiziert - ein üblicher Wert bei SSDs.

Normalerweise unterstützen die SandForce-Controller den TRIM-Befehl. Das speziell für SSDs entwickelte ATA-Kommando ändert die Löschstrategie und beschleunigt so Schreibzugriffe. Das RevoDrive bietet allerdings keinen TRIM-Support. Schuld daran ist der RAID-Controller auf der Karte, der die TRIM-Kommandos nicht an die SandForce-Controller weitergibt. OCZ betont allerdings, dass die SSD auch ohne TRIM-Support Algorithmen verwendet, um im Laufe der Zeit sinkende Schreibraten zu verhindern.

Das RevoDrive ist im Vergleich zu einer SATA-II-SSD mit ähnlicher Kapazität für die gebotene Performance erstaunlich günstig. Die getestete 120-GByte-Version kostet bei typischen Online-Händlern zirka 260 Euro. Eine ebenfalls SandForce-1200-basierende OCZ Vertex 2 mit 100 GByte Kapazität oder Corsair Force F120 (120 GByte) sind für zirka 220 Euro erhältlich (Stand Preise: 18.10.10). OCZ bietet das RevoDrive in sieben Varianten mit Kapazitäten von 50 GByte (zirka 180 Euro) bis hin zu 480 GByte (zirka 1100 Euro) an.