Hohe Zuverlässigkeit für Enterprise-Einsatz

Test - Intel SSD 710 Series

Christian Vilsbeck
Christian Vilsbeck ist als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf längjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück. Außerdem betreut der vor seiner Fachredakteurslaufbahn als Laboringenieur tätige Experte das Themenfeld Storage und beschäftigt sich viel mit Smartphones und Tablets.
Intel adressiert mit der SSD 710 Series Enterprise-Anwendungen. So ist die für den Server-Einsatz konzipierte Solid State Disk auf hohe Zuverlässigkeit getrimmt. Im Test überprüfen wir die Transferraten und IOPS im Vergleich zum Vorgänger Intel X25-E und den Konkurrenten.

Produktdaten: Für den Einsatz in Servern und Storage-Systemen bietet Intel seit 2008 die X25-E an. Mit diesem Produkt, sowie der X25-M für Clients, stieg Intel in den Markt der Solid State Disks ein. Nach dem für eine SSD sehr langen Produktionszyklus gibt es nun mit der Intel SSD 710 Series den Nachfolger der X25-E. Während Intel bei der X25-E noch teure, aber zuverlässige SLC-NANDs verwendete, setzt die 710er Serie auf nun auf MLC-NANDs mit 25 nm Strukturbreite.

Durch die sogenannte High Endurance Technologie HET bietet die SSD 710 Serie laut Intel die für den Enterprise-Einsatz notwendige Zuverlässigkeit und Performance - welche der Hersteller bisher nur mit SLC-NANDs realisierte. Mit HET erfüllt die Intel SSD 710 Serie die JESD218-Spezifikation (JEDEC Solid State Drive (SSD) Requirements and Endurance Test Method) für den Einsatz in Datenzentren. JESD218 fordert eine maximal zulässige Fehlerrate von 1e-16 und eine Datenintegrität über volle drei Monate, wenn die SSD ausgeschalten ist und bei 40 Grad Celsius lagert.

HET sorgt bei der Intel 710 für mehr mögliche Schreibzyklen in den NAND-Zellen. Intel modifizierte dafür die MLC-NANDs auf Siliziumebene. Laut Intels Angaben ermöglicht die SSD 710 mit 300 GByte Kapazität eine Dauerschreibbelastung von bis zu 1,1 Petabyte. Beim 200-GByte-Modell sind es 1 Petabyte, die 100-GByte-Variante ist mit bis zu 500 TByte angegeben. Zum Vergleich: Die Intel X25-E erreicht 1 Petabyte in der 32-GByte-Variante und 2 Petabyte als 64-GByte-Modell. Eine ebenfalls mit MLC-NANDs ausgestattete Mainstream-SSD wie Intels 320 Series ist je nach Kapazität mit 5 bis 60 TByte maximaler Dauerschreibbelastung spezifiziert.

Intel verwendet bei der SSD 710 Serie weiterhin einen eigenen proprietären Controller PC29AS21BA0. Wie bei der X25-E und der SSD 320 Series ist der Controller auf SATA II ausgelegt. Gegenüber dem X25-E-Vorgänger beherrscht die SSD 710 für den Datenschutz eine AES-128-Verschlüsselung. Um bei Stromausfall gegen Datenverlust gewappnet zu sein, spendiert Intel seiner neuen Enterprise-SSD eine "Power-loss Data Protection". Alle sich im Cache befindenden Daten, die für einen Schreibprozess vorgesehen sind, werden noch verarbeitet. Desweiteren unterstützt das Laufwerk SMART für die einfache Analyse des Zustandes der SSD. Zur Unterstützung von SMART besitzt die SSD 710 Serie einen Temperatursensor. Die MTBF der Enterprise-SSD beziffert Intel mit 2.000.000 Stunden - wie bereits die X25-E mit SLC-NANDs.

Intel bietet die SSD 710 Series in den Kapazitäten 100, 200 und 300 GByte an. Die Solid State Disks stehen mit 649, 1289 beziehungsweise 1929 US-Dollar in der Preisliste des Unternehmens. Bei typischen Online-Händlern sind die SSD für zirka 570, 1080 und 1600 Euro in den Kapazitäten 100, 200 und 300 GByte erhältlich. (Stand Preise: 25.10.10).

Achtung: Während Sie hier die Performance der Intel SSD 710 im Einzellaufwerksbetrieb finden, testen wir zur Zeit sechs Intel SSD 710 in einem 4-Sockel-Server mit Xeon-E7-Prozessoren im RAID-Betrieb mit IOPS-intensiven Szenarien. Die Ergebnisse finden Sie demnächst auf TecChannel.

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