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Terra Lycos schleicht zum operativen Break-even

10.05.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der spanische Internet-Service-Provider (ISP) Terra Lycos kam seinen Break-even-Plänen im ersten Geschäftsquartal 2002 nur wenig näher. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbuchte die 37-prozentige Telefonica-Tochter einen Verlust von 41 Millionen Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Minus von 76 Millionen Euro ausgewiesen worden war. Im Vergleich zum vorangegangen vierten Quartal 2001 wurde das Ergebnis nur um eine Million Euro verbessert.

Der Umsatz brach gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zehn Prozent von 170 Millionen auf 161 Millionen Euro ein. Im Vergleich zum vierten Quartal 2001 sanken die Einnahmen um rund fünf Millionen Euro. Mithilfe von Kostensenkungen gelang es dem in Spanien und den USA aktiven ISP jedoch, trotz Umsatzrückgang die damalige Ebitda-Marge von minus 25 Prozent beizubehalten. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Betriebskosten im Jahresvergleich um 31 Prozent reduziert, gegenüber dem vierten Quartal gingen die Aufwendungen um sieben Prozent oder acht Millionen Euro zurück. Probleme bereiten Terra Lycos allerdings die drastisch gesunkenen Online-Werbeeinnahmen: Verglichen mit dem Vorjahrezeitraum brach der entsprechende Umsatz um 26 Prozent von 123 Millionen auf 90 Millionen Euro ein. Obwohl die Erlöse aus Zugangs- und Verbindungsgebühren um 28 Prozent stiegen, konnte der Umsatzrückgang aufgrund der niedrigeren Marge nur teilweise aufgefangen werden.

Für das zweite Quartal erwartet Terra Lycos einen Umsatz zwischen 170 Millionen und 180 Millionen Euro, im Gesamtjahr will der ISP Einnahmen zwischen 720 Millionen und 760 Millionen Euro erwirtschaften. Ende des Jahres hofft das Unternehmen außerdem, den operativen Break-even zu erreichen. Die Analysten rechnen dagegen erst ab Mitte 2003 mit einem positiven Ebitda-Ergebnis. (mb)