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Tenovis wittert Morgenluft

27.05.2004

Nach drei verlustreichen Jahren weist der TK-Dienstleister Tenovis für 2003 wieder einen Gewinn aus. Presseberichten zufolge erzielte das Unternehmen aus Frankfurt am Main dank einer umfangreichen Restrukturierung im vergangenen Jahr einen Nettoprofit von 1,1 Millionen Euro, verglichen mit einem Fehlbetrag von 70,9 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz war jedoch mit einem Minus von sechs Prozent auf 889,1 Millionen Euro weiter rückläufig.

Im saisonal schwachen ersten Quartal lagen die Einnahmen mit 194 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Unter dem Strich verbuchte die rund 5.500 Mitarbeiter zählende Tenovis zwar wieder einen Verlust. Dieser konnte jedoch im Jahresvergleich von 26,3 Millionen auf 2,2 Millionen Euro gesenkt werden. Finanzchef Christoph Schmidt-Wolf geht davon aus, dass das Unternehmen nun den Turnaround gestemmt hat.

Der ehemalige Hersteller von Telefonanlagen Telenorma blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Im April 2000 wurde das Unternehmen mehrheitlich von der US-Investmentgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) für 400 Millionen Dollar übernommen und anschließend zu einem TK-Dienstleister umgebaut. Im Zuge der Kursänderung und als Reaktion auf die schwache Nachfrage schrumpfte die Zahl der Belegschaft in den vergangenen Jahren von 9000 auf aktuell 5453 Mitarbeiter.

Inzwischen sieht Vorstandschef David Winn sein Unternehmen aber wieder als wettbewerbsfähig an und hofft von der einsetzenden Markterholung zu profitieren. Mittelfristig plant Tenovis nun den Gang an die Börse. Dabei soll ein Teil der Erlöse aus dem IPO (Initial Public Offering) zur Finanzierung der Expansion vor allem nach Osteuropa verwendet werden. Einen Zeitplan für den Börsengang gibt es aber noch nicht. (mb)