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Telko-Branche vor dem Aufschwung?

07.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Supercomm-Konferenz in Atlanta zeigen sich Industrievertreter wie Cisco-Boss John Chambers oder Sprints CEO William Esrey optimistisch, dass die Talfahrt der Telekommunikations-Branche bald zuende ist. Chambers erklärte gegenüber Pressevertretern, er rechne für 2003 mit einer Steigerung der Ausgaben im TK-Bereich. Getrieben werde diese Entwicklung von der allgemeinen Erholung der US-Wirtschaft. Cisco hofft, den Umsatz mit Carrier-Equipment in den nächsten Jahren von derzeit 20 Prozent des Gesamtumsatzes auf 40 bis 50 Prozent steigern zu können.

Sprint-Boss Esrey sieht nach wie vor "langfristige Möglichkeiten" für die TK-Industrie, die noch immer solide und im Wachsen begriffen sei. Seiner Ansicht nach sind jetzt Unternehmen gefragt, die integrierte Services in den Bereichen Mobilfunk, Sprache und High-Speed-Datenübertragung bieten können. Es komme auch darauf an, nahtlos Festnetz- und Funk-Services zu bieten. Gelinge dies, würden die Kunden dafür auch entsprechend erhöhte Entgelte bezahlen.

Verhaltenere Töne kommen vom TK-Ausrüster Ericsson. Dessen Chef Kurt Hellström hält es für möglich, dass der Aufschwung auch im nächsten Jahr noch auf sich warten lassen könnte. Das wäre hart für Ericsson, denn der Hersteller musste in den vergangenen beiden Jahren bereits Rekordverluste verbuchen. Um die Durststrecke zu überstehen, wirbt Hellström bei den Anlegern derzeit darum, einer weiteren Aktienemission im Wert von rund 3,3 Milliarden Euro zuzustimmen. Die Ausgabe zusätzlicher Papiere dürfte sich nicht eben positiv auf den ohnedies schon niedrigen Aktienkurs des Anbieters auswirken, weswegen nicht sicher ist, ob die Mehrheit der Anleger den Plänen Hellströms zustimmen wird. (ave)