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Telia und Sonera überraschen positiv

28.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kurz vor ihrem Zusammenschluss können die skandinavischen Carrier Telia und Sonera mit guten Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal aufwarten: Die schwedische Telia steigerte ihren Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf 470 Millionen Euro. Das Stockholmer Unternehmen übertraf damit die Analystenerwartungen im Schnitt um neun Prozent. Auf Nettobasis verbuchte Telia jedoch einen Verlust von 1,11 Milliarden Euro verglichen mit einem Plus von 208,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das aktuelle Ergebnis belasteten Wertberichtigungen und Restrukturierungskosten in Höhe von 1,42 Milliarden Euro. Als Hauptverursacher nannten die Schweden das internationale Carrier-Geschäft und die dänische Festnetzsparte. CEO Anders Igel erklärte jedoch, dass die Maßnahmen zur

Effizienzsteigerung bereits erste positive Effekte zeigten.

Die finnische Sonera wiederum erzielte im dritten Quartal einen Nettogewinn von 47 Millionen Euro oder vier Cent pro Aktie. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte der Carrier noch ein Verlust von 325 Millionen Euro oder 35 Cent je Anteil verbucht. Auf operativer Basis wies das Unternehmen aus Helsinki ein Plus von 199 Millionen Euro aus. Sonera steigerte damit den EBITDA-Profit im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent. Der Gewinn lag jedoch unter der mittleren Prognose der Analysten von 203 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte von 549 Millionen auf 551 Millionen Euro. Die Finnen sind optimistisch, im Gesamtjahr ihren operativen Gewinn gegenüber 2001 um mehr als ein Drittel zu steigern.

Telia bietet den Anlegern des finnischen Carriers noch bis zum 8. November 1,5144 eigene Aktien für jedes Sonera-Papier. CEO Igel kündigte jedoch an, die Frist notfalls zu verlängern, falls weniger als 90 Prozent der Aktien umgetauscht würden. Gleichzeitig sagte er, dass das Angebot nicht erhöht werde.

Die schwedische Regierung ist der größte Aktionär von Telia mit einer Beteiligung von rund 70 Prozent, während die finnische Regierung 53 Prozent an Sonera hält. Bei einem Zusammenschluss soll eine neue Gesellschaft mit Sitz in Stockholm, 34.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von neun Milliarden Euro entstehen. Zusammen zählen die Fusionspartner rund acht Millionen Mobilfunkkunden sowie 7,6 Millionen Festnetzanschlüsse. (mb)